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Hartgekocht
– Erotische OSTERgeschichten –

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ELYSION-BOOKS

ORIGINALAUSGABE

UMSCHLAGGESTALTUNG: Ulrike Kleinert

ISBN 978-3-942602-65-5

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HARTGEKOCHT

EROTISCHE

OSTERGESCHICHTEN

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»Das Picknick«

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Picknick2014

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DIE KOSTENLOSE ZUSATZGESCHICHTE

»Das Picknick«

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INHALT

EROTISCHR ROMAN

BUNTE OSTEREIER

GOLDENE EIER

HASEN-PARTY

DICKE EIER, HÜBSCH BEMALT

KURZ VOR OSTERN

DU, NUR DU ALLEIN

FORGET OSTERN

AUTOREN

LESEPROBE AUS »HEISS«

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BUNTE OSTEREIER

LILLY GRÜNBERG

Ihr Ziel hatte Lielan ihm nicht verraten. Das Taxi jedenfalls war vorbestellt, denn der Taxifahrer, der bereits vor der Tür auf sie gewartet hatte, wusste ganz offensichtlich Bescheid. Ein knappes »Guten Abend«, mehr sagte er nicht. Er fragte nicht, wohin es gehen sollte, und er wartete auch nicht ab, ob Lielan ihm eine Straße nennen würde. Kaum waren sie im Fond eingestiegen, wurde das Taxameter eingeschaltet und es ging los.

Tim musste sich also mit einem kaum unterdrückten Seufzen in Geduld fassen, auch wenn er vor Neugierde schier verbrannte. Geheimnisse waren so gar nicht sein Ding, auch wenn er selbst gerade eines hütete, was ihm ebenso schwer fiel wie zu akzeptieren, dass sein Dom eines hatte. Denn selbst wenn er Lielan nach dem Plan für diesen Abend fragen würde, so würde er doch keine Antwort erhalten. Im Gegenteil, eine kleine Bestrafung wäre ihm sicher. Dafür war Lielan viel zu sehr der Dominus, der sich nicht in die Karten schauen ließ.

Wie sehr sich doch sein Leben verändert hatte! Ehe Tim Lielan kennenlernte, war er sich hinsichtlich seiner Neigungen im Unklaren gewesen. Gewiss, es gab den einen oder anderen Mann, dem er gerne hinterher sah. Besonders knackige runde Pos in engen Hosen hatten es ihm angetan. Aber die gefielen ihm manchmal auch bei Frauen. Auf Busen oder in Gesichter schaute er hingegen eher selten. Er hatte eben andere Vorlieben. Das war doch normal, oder?

Dabei hatte es durchaus ganz nette Liebesverhältnisse mit Frauen gegeben. Na ja, ganz nett eben, nicht mehr und lange hielten diese auch nicht an. Nett war nun mal nur der kleine Bruder von perfekt. Es gab keinen offensichtlichen Grund dafür, dass er mit keiner glücklich wurde. Denn er neigte nicht dazu, sich zu streiten oder besondere Ansprüche zu stellen. Frauen schätzten an ihm, dass er gut zuhören konnte, und in der Lage war, konstruktive Vorschläge bei Problemen jeglicher Art zu machen. Alles in allem strahlte er Ruhe, Zuverlässigkeit und Kompromissbereitschaft aus, ohne dabei langweilig zu sein.

Es war wohl eher so, dass beide Seiten sich sexuell nie wirklich befriedigt fühlten und man sich deshalb nach kurzer Zeit ganz friedlich wieder trennte. Mit Frauen konnte man gut reden, bis in die Nacht hinein ausgehen, aber die Sache mit dem Bett – die war irgendwie nicht komplett.

Lange Zeit überlegte er, ob er eventuell bi-gepolt war. Aber während er mit Frauen locker ins Gespräch kam, fiel es ihm sehr schwer auf Männer zuzugehen. Und dann gab es da noch etwas, was er für sich selbst nicht in Worte fassen konnte. Es bereitete ihm ernsthafte Sorgen, dieses eigenartige Bedürfnis, das ihn in Gegenwart von Menschen befiel, die eine ruhige, mehr spürbare als sichtbare Dominanz ausstrahlten. Was aber nicht nur auf Männer zutraf, sondern gelegentlich auch auf Frauen. Er fühlte sich dann wie gelähmt, unfähig einen klaren Gedanken zu fassen. Manchmal wurden seine Knie dabei so butterweich, dass er Angst hatte, sie würden unter ihm nachgeben. Eine entsetzliche Vorstellung.

Dann kam der Abend, an dem sich alles ändern sollte und sein Leben an Klarheit gewann. Nach der Arbeit als Webdesigner in einer Werbeagentur hatte Tim Lust verspürt, noch ein wenig durch die Fußgängerzone zu schlendern. Vor dem Geschäft mit den chromblitzenden Espressomaschinen in der Auslage war er stehengeblieben. Nicht zum ersten Mal. Das Schaufenster war wie immer interessant dekoriert und rückte dabei eine der Maschinen in den Mittelpunkt. Irgendwann musste so ein tolles Teil ihm gehören. Das war ein kleiner Luxus, ein Stück besseres Niveau, Kaffeekultur für zuhause.

Auf einmal blickte Tim wie elektrisiert auf. Er wurde von der anderen Seite des Schaufensters beobachtet. Wie gebannt erwiderte er den Blick des Fremden. Dessen gelbgrüne Iris stach mit eigentümlicher Intensität zwischen den dichten schwarzen Wimpern hervor. Graue Schatten auf den Wangen ließen auf starken Bartwuchs schließen. Ein moderner Kurzhaarschnitt vervollständigte den gepflegten Eindruck.

Als sich die schön geschwungenen rosigen Lippen seines Gegenübers zu einem Lächeln mit kleinen Grübchen in den Mundwinkeln formten, brach Schweiß unter Tims Hemd aus. Viel zu lange schon hatte er das markante Gesicht mit der schlanken Nase und dem energischen Kinn gemustert. Die freundliche Geste seines Gegenübers, der eine imaginäre Tasse an den Mund führte und daraus nippte, erlöste ihn aus seiner Erstarrung und lenkte seine Beine wie von selbst in den Laden.

Ob sie sich zur Begrüßung die Hand gegeben und ein paar Worte gewechselt hatten, hatte Tim vergessen. Seine Erinnerung setzte an der Stelle ein, als er auf einem Hochstuhl am Kaffeetresen Platz genommen hatte. Was war denn nur los mit ihm? Seine Beine schienen ihn auf einmal nicht mehr tragen zu wollen und die Denkfähigkeit seines Gehirns war in Slowmotion verfallen. Wie automatisiert beantwortete er die Fragen des Mannes, der sich ihm als Lielan vorstellte, und verfiel dessen Ausstrahlung von Minute zu Minute mehr. Worüber sie gesprochen hatten, auch das wusste Tim inzwischen nicht mehr. Das einzige, was ihm wie eingemeißelt im Gedächtnis geblieben war, war der köstliche Duft der frisch gemahlenen Espressobohnen und das Glas Latte Macchiato, das auf einmal wie von Zauberhand vor ihm stand. Über der erwärmten Milch waberte sacht eine dunkle Schicht Espresso und zuoberst wölbte sich ein perfekter feinporiger Schaum aus dem Glas. Ganz so, wie Tim es liebte.

»Zucker?«

Tim starrte den Fremden, der sich Lielan nannte, verständnislos an.

»Nimmst du Zucker?«

Seine Kehle war wie ausgedörrt. Nur mühsam gelang es Tim zu antworten. Seine Zunge drohte dabei am Gaumen festzukleben. »Nein, danke. Dann würde ich dieses Kunstwerk ja zerstören.« Er verstand nicht, wie unsensibel andere damit umgingen, Zucker auf den Milchschaum streuten, um dann mit einem Longlöffel die Schichten zu einem cremigen Braun zu verrühren. Nein, er selbst zelebrierte es, einen Latte Macchiato zu trinken. Zuerst saugte er vorsichtig ein wenig des luftigen Schaums zwischen seine Lippen, genoss danach die Bitterkeit des ungesüßten Espresso, um sich abschließend in der Milde der Milch zu verlieren oder dabei zuzusehen, wie ein Teil des Espressos schließlich doch in das cremige Weiß hineinwaberte.

Dies war ein Teil seiner Lebensart und das kaum merkliche Nicken Lielans signalisierte, dass der Inhaber des Kaffeeshops dies zufrieden registrierte.

Allmählich wurde Tim ein wenig ruhiger und fühlte sich in der Lage bewusst wahrzunehmen, was um ihn herum geschah. Der Grundriss des Raumes war eigentlich nicht groß, dennoch wurde durch ein paar geschickte Tricks Geräumigkeit vorgetäuscht. Die Wand gegenüber dem Schaufenster war mit Spiegelfliesen tapeziert, in denen sich die Einrichtung, aber auch der Bereich der Fußgängerzone draußen vor dem Fenster spiegelte. Außerdem war die Decke mit einer Folie abgehängt, von der ebenfalls das Abbild des Ladens zurückgeworfen wurde.

»Lackspanndecke«, erklärte Lielan lächelnd. »Schick, nicht?«

Tim nickte zustimmend. Das Licht der in die Decke eingearbeiteten Strahler zauberte Reflexe auf die chromblitzenden Maschinen, die auf einem länglichen Podest präsentiert wurden. Und natürlich auch auf die Spiegelfliesen und den Tresen, hinter dem Lielan sich geschmeidig wie ein Panther bewegte. Eine wahre Offenbarung. Jeder Handgriff saß, flüssig ablaufend und eingespielt wie ein perfektes Uhrwerk.

Die Türglocke lenkte ihre Aufmerksamkeit auf ein Ehepaar mittleren Alters. Tim beobachtete Lielan, der die beiden ohne ein Zeichen von Ungeduld beriet. Dabei trafen sich immer wieder ihre Blicke und Tim fühlte sich wie hypnotisiert. Wobei seine anfängliche Nervosität nun mehr und mehr in eine brennende Neugierde umschlug.

Lielans souveränes Auftreten war in Tims Augen beneidenswert. Allzugerne hätte er selbst ein wenig davon besessen, um sich bei seinen eigenen Kundengesprächen sicherer zu fühlen und sich durch Fragen oder Einwände nicht so leicht aus dem Konzept bringen zu lassen. Ob ihm wohl ein entsprechendes Outfit dieses sichere Gefühl vermitteln könnte? Bekanntlich hieß es Kleider machen Leute. Das cremefarbene Hemd mit Stehkragen, das keine Krawatte erforderte, darüber eine eng sitzende Weste im Stoff der schwarzen, leicht schimmernden Anzughose, gab Lielan den passenden Look, als glaubwürdiger Geschäftsmann aufzutreten und dabei trotzdem nicht zu steif zu wirken.

Instinktiv strich Tim mit einer Hand über den Stoff seiner Jeans. Er war eher der lässig sportive Typ, der sich morgens ohne viel nachzudenken in T-Shirt und Jeans warf. Würde er sich verbiegen, wenn er Lielans Stil imitierte? Machte eine solche Kleidung einen anderen Menschen aus ihm oder würde er sich damit nur verkleiden? Leise seufzend stützte er den Kopf auf einer Hand auf, den Ellenbogen auf dem Tresen.

Mit seiner aufrechten Haltung, voller Spannkraft und Energie strahlte Lielan mit jeder Pore aus, wovon Tim fasziniert war: Dominanz. Tims Blicke entlockten Lielans ein amüsiertes Schmunzeln und ein kurzes Zucken der linken Augenbraue, und dem jungen Webdesigner brach der Schweiß aus allen Poren.

Verdammt, was machte er noch hier? Im Glas befand sich nur noch ein kläglicher Rest zusammengesunkenen Milchschaums. Er sollte gehen, aber es war unmöglich. Unter Lielans Augen fühlte er sich auf dem Barstuhl wie festgeschweißt. Jegliches Blut schien aus seinen Beinen gewichen und sich in seinem Schoß gesammelt zu haben. Du meine Güte, das war ihm ja schon lange nicht mehr passiert! Nur gut, dass er heute ein etwas längeres T-Shirt trug.

Nachdem sich das Ehepaar unter Lielans fachkundiger Beratung endlich für den Kauf einer der edlen Maschinen entschieden hatte, schloss dieser die Ladentür hinter den beiden ab.

»Schön, dass du geblieben bist, obwohl es solange gedauert hat.« Lielans Stimme hatte einen weichen, vollen Klang, die Tim durch und durch ging. Im Nu hatte ihn der Geschäftsinhaber mit seiner sanften und zugleich bestimmenden Art in ein Gespräch verwickelt. Bald darauf wechselten sie in ein nahe gelegenes italienisches Restaurant, wo sie ihre Unterhaltung bei gutem Essen und Rotwein fortsetzten.

Es war fast wie eine therapeutische Sitzung. Bereitwillig erzählte Tim seinem Gegenüber alles, was dieser wissen wollte. Sein halbes Leben war für Lielan wie ein offenes Buch. Bewusst wurde dies Tim in diesem Moment jedoch nicht. Diese Erkenntnis folgte am nächsten Tag, als es längst um ihn geschehen war.

Denn ihrem harmonischen Abend folgte eine überwältigende, stürmische Liebesnacht. Lielan hatte erkannt, was Tim ängstlich vor sich hergeschoben hatte. Er öffnete ihm die Augen über seine wahre Natur. Auf einmal fühlte sich alles richtig an und brachte Tim die erotische Befriedigung, die er solange vermisst hatte.

Seither waren viele Wochen vergangen und Tim war von Lielan zu einem folgsamen, na ja fast folgsamen, Liebessklaven erzogen worden, der ihm bedingungslos ergeben war.

Die Lichter der Nacht huschten vorbei. Kühle Schaufensterbeleuchtungen, Neonschriftzüge, Autoscheinwerfer, Ampeln.

Mittlerweile hatte der Dom Tim über seinen Schoß gezogen, eine Hand in dessen Hose geschoben und knetete intensiv die Pobacken seines Subs. Ihr Verhältnis war intensiver und bot mehr Überraschungen, als Tim je erwartet hätte. Lielan war nicht nur fast zehn Jahre älter als er und in allem erfahrener. Von Anfang an hatte er mit offenen Karten gespielt. Für Lielan war Sex weit mehr als die bloße Befriedigung seiner Hormone, die im Bevölkerungsdurchschnitt kaum länger als eine Viertelstunde dauerte. Oh nein, er liebte ein abwechslungsreicheres Spiel mit Leidenschaft, mit Dominanz und Unterwerfung.

Zunächst war Tim skeptisch und ein wenig ängstlich vor dem Unbekannten gewesen, das ihn erwartete. Aber das Spiel hatte sich für ihn bald als so aufregend herauskristallisiert, dass er davon nun gar nicht mehr genug bekommen konnte. Die dazu gehörenden Regeln und Lielans stringente / kompromisslose Führung bewirkten, dass er sich fast wieder wie ein Junge fühlte. Okay, wie ein großer Junge und ein williger Liebessklave.

Ein Seufzen entrang sich seiner Brust. Der Druck gegen seinen Schoß war eindeutig. Sie waren beide hart und bereit. Tim stöhnte und wand sich auf Lielans Beinen hin und her. Wie lange dauerte diese Fahrt denn noch? Die Wärme der Hand, die auf seinem Po ruhte, wurde immer intensiver.

»Wann wirst du mich benutzen, Herr?«, flüsterte er erwartungsvoll und drehte seinen Kopf, um im vorbei huschenden Lichtstrahl der Straßenlaternen Lielans Gesichtsausdruck zu erhaschen. Nichts, es war trotzdem zu dunkel.

»Später. Das muss warten«, erwiderte Lielan. Lag da ein Bedauern in seiner Stimme?

»Könnten wir nicht irgendwo anhalten ...«, unternahm Tim einen weiteren Versuch. Sein Schwanz schmerzte vor Verlangen. Und außerdem hatte er noch eine Überraschung für Lielan vorbereitet. Schließlich war heute Ostersamstag, und er konnte es kaum erwarten, das Gesicht seines Doms zu sehen. Ob ihm die Überraschung wohl gefallen würde?

Aber Lielan zog seine Hand aus Tims Hose und verpasste ihm einige herbe Klapse, um ihn zu ermahnen. »Du gehörst mir, schon vergessen? Ich werde dich benutzen, wann und wo es mir gefällt. Also still jetzt.«

»Ja, Herr«, seufzte Tim, vergrub sein Gesicht in den Armen und ergab sich dem Willen des Älteren.

Plötzlich hielt der Wagen an und Lielan bezahlte über Tims Körper hinweg die Summe, die ihm der Taxifahrer nannte. Erst dann forderte er seinen Liebessklaven auf auszusteigen.

Während sein Meister die Autotür mit sanftem Schwung zuwarf, richtete Tim schnell wieder seine etwas in Unordnung geratene Kleidung. Unvermittelt fand er sich in Lielans Armen wieder, eng umschlungen und von einem intensiven Kuss um den Atem gebracht. Tims Knie knickten ein. Er klammerte sich an der Hüfte des etwas größeren Doms fest, und gab sich völlig diesem köstlichen Moment hin, der zu seinem Bedauern viel zu schnell vorbei war. Mehr, schallte es durch seinen Kopf.

»Geht’s dir jetzt ein bisschen besser?«, fragte Lielan leise und strich zärtlich über Tims Haare.

»Ja schon, aber ich hätte auch nichts gegen einen Nachschlag einzuwenden«, erwiderte Tim sehnsüchtig und riskierte verwegen, seine Lippen auf die seines Herrn zu pressen.

Es gehörte sich nicht, in ihrer Art von Liebesbeziehung sich einen Kuss zu erstehlen. Er war der Sub, dessen vorrangige Aufgabe darin bestand, seinem Herrn zu gefallen. Und wenn er dessen Erwartungen gerecht wurde, stand auch einer erotischen Belohnung nichts im Wege. Allerdings war eine der Regeln, sich für verschiedene Selbstverständlichkeiten zuerst eine Genehmigung einzuholen. Sogar für einen Kuss. Und nicht einmal selbst befriedigen durfte er sich ohne Lielans Erlaubnis. Er hatte es versucht, aber sein Dom sah es ihm auf geheimnisvolle Weise immer sofort an, wenn er ein Verbot überschritten hatte. Vielleicht stand ihm sein Schuldbewusstsein im Gesicht geschrieben? Auf jeden Fall war es ein aufregendes Spiel, das Tim nicht mehr missen mochte, und das ihn über Stunden in einem Endorphinrausch hielt, manchmal bis zur totalen Erschöpfung.

Zu seiner Freude erwiderte Lielan diesen verbotenen Kuss sofort, sogar leidenschaftlicher als erwartet. Hingebungsvoll züngelte er in Tims Mund, während seine Hände besitzergreifend dessen Hinterbacken kneteten. Ein wundervolles Gefühl. Tim wollte nichts anderes als mit ihm völlig eins sein. Jetzt.

»Du bist übermütig, Sklave«, murmelte Lielan heiser, nachdem er sich wieder von Tim gelöst hatte.

»Ich gehöre Ihnen, Meister. Sie können mich bestrafen, wann immer Sie wollen«, antwortete Tim mit frechem Grinsen. Gegen eine kleine, nicht zu intensive Abreibung hätte er nichts einzuwenden. Wenn das Adrenalin und die Endorphine durch seine Adern jagten, dann fühlte er sich auf eine köstliche Weise dem anderen Mann ausgeliefert. Nie hätte er gedacht, dass dieses erotische Spiel aus Dominanz und Unterwerfung so aufregend und so sehr ins Leben integriert sein könnte. Es war eben mehr, viel mehr, als nur eine normale Beziehung.

Es nieselte nun stärker und nur wenige Leute waren unterwegs, die den beiden Männern kaum Beachtung schenkten. Jeder sah zu, dass er sein Ziel möglichst schnell erreichte.

Eine Straßenlaterne war ausgefallen und die übrigen spendeten nur ein kümmerliches Licht. Das einzig Auffällige war die Leuchtbeschriftung der diversen Bars, die hier reichlich vertreten um potentielle Gäste buhlten.

»An meine Seite, Sklave«, befahl Lielan und schnippte kurz und kraftvoll mit seinen Fingern. »Denk stets daran, wer und was du bist.«

Er quetschte kurz eine Pobacke seines Subs, um ihn an seinen Status zu erinnern, und Tim war beruhigt. Er war seines Meisters Liebessklave. Hier. Und überall. Was immer dieser Abend bringen würde, er brauchte sich nicht zu ängstigen, solange ihm diese grundlegende Tatsache bewusst war. Es würde sich zeigen, ob sich das ausgiebige Training, dem er von Lielan unterzogen worden war, bewährt hatte.

Der Dom reichte seinem Sklaven die mitgenommene Sporttasche und Tim schulterte sie stumm, in neugieriger Erwartung, was diese wohl für Überraschungen enthielt.

Sie betraten die Bar und fast augenblicklich ebbten die Gespräche und der Lärm ab, als die anwesenden Männer die beiden Neuankömmlinge musterten.

Auf den ersten Blick erkannte Tim, dass es sich um jene Art von Bar handelte, in der Leute herumhingen, die nicht zur echten Szene gehörten, in die Lielan ihn in den vergangenen Monaten Stück für Stück eingeführt hatte. Hier waren Menschen, die einfach nur gerne etwas ausprobierten, sich sexy kleideten, neugierig und vielleicht auch auf der Suche waren. Vielleicht wussten sie gar nicht so genau, nach was. Nach ihrer wahren Berufung, nach einem Partner? Wirkliche Ahnung hatte keiner von denen, worum es in diesem Spiel ging. Da war sich Tim ganz sicher.

Er warf seinem Meister einen Blick von der Seite zu und wunderte sich, warum Lielan diese Bar ausgewählt hatte. Es musste einen Grund haben, dass Lielan ihn an einen Ort brachte, wo sie nicht erkannt würden und wo es keine Erwartungen geben würde. Tims Neugierde wurde immer größer, was sein Meister für diesen Abend geplant hatte. Und dabei durfte er selbst nicht aus den Augen verlieren, dass er auch noch eine Überraschung für Lielan vorbereitet hatte. Sein Herz schlug für einen Augenblick schneller, als er daran dachte.

Tim fragte sich, ob es für jeden offensichtlich war, wer von ihnen der Meister und wer der Sklave war. Sie trugen dieselbe Kleidung. Doch, er war sicher, dass es so war. Lielan war nicht nur einen halben Kopf größer als er. Seine Haltung und seine Miene strotzten vor Selbstbewusstsein.

Das bisherige Training zeigte Erfolg. Tim wusste, was von ihm erwartet wurde und suchte sofort nach einem angemessenen Sitzplatz für seinen Meister. Nachdem dieser sich gesetzt hatte, kniete Tim neben ihm nieder und stellte die Tasche unter den Tisch.

Ihre Aktionen waren noch nicht so perfekt aufeinander eingespielt, wie Lielan es sich vorstellte, wie eine Choreographie ihrer Bewegungen. Dennoch hatte es gerade eben sehr gut geklappt. Zielstrebig hatte Tim einen Platz gesucht, ohne sich von den Anwesenden verunsichern zu lassen.

Eine Bedienung kam an den Tisch und Lielan bestellte für sich ein Tonic Water, für Tim eine Coke. Tim kniete neben dem Stuhl in der Unterwerfungsstellung, seinen Kopf erhoben, die Augen dabei gesenkt und auf weitere Wünsche seines Herrn wartend.

Nach einer Weile schnippte der Dom mit den Fingern und Tim blickte auf, ganz Ohr für jedes von Lielans Bedürfnissen. Dieser reichte ihm sein Glas mit dem Hinweis, er dürfe trinken, was Tim dankbar tat. Denn es war heiß im Raum und vom Boden wirbelte Staub auf, wenn jemand vorbei ging, und dieser kratzte mittlerweile in seinem Hals. Nachdem er getrunken und das Glas seinem Herrn zurückgegeben hatte, hielt er seine Augen weiter auf Lielan fixiert. Was würde weiter geschehen?

Um unbemerkt zu bleiben waren sie beide zu attraktiv, vor allem weil sein Herr auf Partnerlook bestanden hatte. Beide trugen eine Weste, deren Vorderteil aus feinem schwarzem Leder bestand, das Rückenteil aus schimmerndem, dezent gemustertem Stoff mit einer silbernen Metallschließe, die die beiden Bänder straffte, mit denen sich die Taillenweite regulieren ließ. Darunter trugen sie ein T-Shirt einer exklusiven Marke und schwarze Jeans. Es hielten sich fast ausschließlich Männerpaare im Raum auf. Darunter mehrere, deren Körpersprache den Eindruck vermittelte, dass es sich um Dom und Sub handelte. Jedoch verhielt sich kein anderer Sub so devot wie Tim. Daher wurden ihnen immer wieder bewundernde Blicke zugeworfen, die dem selbstbewussten Meister wohl ebenso galten wie seinem allem Anschein nach gut erzogenen Sklaven.

Ein Mann in engen Lederhosen trat zu ihnen und betrachtete von oben herab den knienden Tim. »Hey, Süßer«, säuselte er.

Tim ignorierte die plumpe Anmache und hielt seinen Blick fest auf das Gesicht seines Doms gerichtet.

»Redet er nicht?«

»Nein. Mein Sklave spricht nur mit mir«, antwortete Lielan gelassen und nippte an dem prickelnden Tonic Water.

»Ihr Sklave? Interessant.« Ein hinterhältiger Unterton lag in der Stimme des Fremden. »Verkaufen Sie ihn mir?«

In Tims Magengrube braute sich ein ungutes Gefühl zusammen. Diese offen ausgesprochene Frage ängstigte ihn. Es kam in der Szene durchaus vor, dass Doms ihre Subs für einige Stunden anderen ausliehen oder mit deren Sklaven tauschten. Eine Praktik, die er noch nie verstanden hatte. Er wollte sich mit niemand anderem einlassen, sondern nur dem Mann gehören, den er liebte und dem er vertrauen konnte. Lielan würde sich doch nicht etwa darauf einlassen?

»Er steht nicht zum Verkauf«, meinte dieser zu Tims Erleichterung kurz angebunden.

»Okay, also verleihen Sie ihn? Was soll die Stunde kosten?«

»Er ist auch nicht auszuleihen. Er gehört ganz allein mir.« Stolz schwang in Lielans Stimme mit.

»Hey, komm schon – wo bleibt denn da der Spaß?«, unternahm der Mann einen weiteren Versuch.

Betont langsam stand Lielan auf, nun auf gleicher Augenhöhe mit dem lästigen Interessenten und Tim hob den Blick, den Disput mit heftig schlagendem Herzen weiter zu verfolgen.

Der andere Mann war kräftiger gebaut und ein wenig älter. Unter einer hüftlangen braunen Wildlederjacke war ein auberginefarbener Anzug mit schwarzen Nadelstreifen sowie ein weinrotes Hemd mit grauen Streifen und eine dazu passende Krawatte zu erkennen, die von einer silbernen Krawattennadel gehalten wurde. Die kurz geschnittenen grau melierten Haare waren sorgfältig zurückgekämmt. Hinter einer randlosen Brille musterten ihn ein Paar strahlend blaue Augen. Eine schlanke Nase und schön geschwungene Lippen vervollkommneten das Gesamtbild.

Tim schluckte. Der Fremde konnte es an Attraktivität durchaus mit seinem Dom aufnehmen, mehr als er erwartet hatte, wirkte allerdings in seiner eleganten Aufmachung wie ein Geschäftsmann, der sich in die verkehrte Bar verirrt hatte.

»Mein Junge steht nicht zur Disposition«, wiederholte Lielan mit gefährlich grollendem Unterton und seine Miene duldete keinen weiteren Widerspruch. »Nicht für einen Tag, nicht für eine Stunde, – nicht einmal für eine Minute.«

»Okay, nichts für ungut.« Der Fremde hob seine Hände und sah sich nach der Reaktion der anderen Anwesenden um. Doch diese beobachteten nur gespannt die Szene und machten nicht den Eindruck, dass sie sich verbal auf seine Seite schlagen wollten. »Ist ja gut, verstanden. Ich habe ja nur gefragt! Also, du meine Güte, ihr kommt hier rein, dein Sub sieht aus wie ...« Er hielt inne und machte eine allumfassende Geste. »Also, wer hätte keinen Bock auf diesen Knackarsch, hm?«

Lielan bewegte leicht seine Hand, als würde er bei weiterer Belästigung zuschlagen und der Mann zuckte zu Tims Verblüffung zusammen und trat tatsächlich einen Schritt zurück.

»Ist gut, ich geh ja schon!«, meinte er abwehrend.

Lielan wartete noch ab, ob der Fremde auch wirklich an seinen Platz zurückkehrte, bevor er sich wieder hinsetzte. Auf sein Zeichen senkte Tim devot den Kopf und der Dom kraulte zärtlich in den Haaren seines Sklaven. Tim erschauerte und schloss für einen Moment die Augen. Das war gerade noch gut gegangen. Er liebte es, wenn sein Meister so dominant auftrat.

»Beeindruckend. Macht dieser Sklave denn immer, was sein Herr von ihm verlangt?«, erkundigte sich der Hüne, der hinter der Theke stand und Bier zapfte.

Lielan lächelte stolz. »Kleine Vorführung gefällig?«

Der andere nickte neugierig.

Lielan schnippte mit seinen Fingern und Tim sprang sofort auf seine Füße, bereit, jeden Wunsch seines Herrn zu erfüllen.

»Gibt es diese Spielplattform noch?«, fragte Lielan mit Blick in Richtung einer Tür hinter der Bar. Erst jetzt fiel Tim auf, dass von dort klatschende Geräusche und eine jammernde Stimme zu hören waren. Womöglich empfing dort jemand gerade eine gründliche Tracht Prügel auf den Allerwertesten. Eine heiße Welle durchflutete seinen Unterleib. Oh ja, ein Spiel, eine kleine Abreibung wäre jetzt ganz nach seinem Geschmack.

»Ja klar«, grinste der Barbesitzer breit unter seinem mächtigen gepflegten Schnauzbart, »aber es wäre doch eine Schande, euch beide in dem kleinen Nebenzimmer zu verstecken. Ich schlage vor, ich schaffe euch dort drüben auf der Bühne Platz, so dass euch jeder sehen kann. Dann wird sich ja herausstellen, ob ihr Kerle nur Show seid oder mehr drauf habt.«

Tim zuckte zusammen. Show? Hatte der Mann eine Ahnung, mit wem er sprach? Dies war definitiv eine Provokation, die Lielan jedoch lediglich zu amüsieren schien. Eine Augenbraue hochgehoben, erwiderte er gelassen: »Solange es etwas gibt, an dem ich meinen Jungen festbinden kann, bin ich einverstanden.«

Tim fühlte, wie sich für Sekunden sämtliche Haare auf seiner Haut aufstellten, dann ging das kurze Frösteln in ein erwartungsvolles Prickeln über.

»Kein Problem«, brummte der Barbesitzer. »Siehst du die Ringe, die hinten in der Wand verankert sind?«

Der Dom nickte. An einem der Ringe war eine Blumenampel mit künstlichen Pflanzen befestigt, die anderen waren unbenutzt.

Tim schluckte. Was sein Meister wohl für ihn geplant hatte? Hier, vor lauter fremden Zuschauern? Das war etwas anderes als im Kreis seiner Freunde, in den Lielan ihn eingeführt hatte. Aber als der Dom beruhigend an seinem Hintern fummelte, ließ Tims Nervosität schnell nach. Vertrauen. Er musste einfach nur vertrauen. Was immer sein Herr geplant hatte, er würde sich als braver Sklave erweisen, ganz wie es von ihm erwartet wurde. Eine andere Wahl blieb ihm ohnehin nicht.

Der Barbesitzer klatschte in die Hände, gab ein paar Anweisungen, einige Gäste und die beiden Kellner halfen zusammen, die Tische an den Rand zu verschieben, bis in der Mitte bloß noch ein einzelner Tisch übrig blieb. Nun waren auch die letzten Gäste darauf aufmerksam geworden, dass sich etwas Besonderes anbahnte, und alle versammelten sich neugierig vor der Bühne.

Lielan stieg die paar Stufen hinauf, Tim folgte ihm mit der Tasche. Der Dom blieb in der Mitte stehen und begann die Tasche auf dem Tisch auszupacken. Tim kniete unaufgefordert neben ihm nieder, die Augen gesenkt, Hände auf dem Rücken, ganz so wie er es gelernt hatte.

»Sieh mich an, Sklave«, sagte Lielan leise und Tim gehorchte.

Sein Herz machte einen Satz, als er seinen Meister beobachtete, wie dieser eine Auswahl an Züchtigungsinstrumenten, ein Paar Handschellen und einige Kerzen auf dem Tisch ausbreitete. Lielans Bewegungen waren ruhig und konzentriert, und die ganze Zeit über sprach er mit gedämpfter Stimme beruhigend auf Tim ein. Fast hätte dieser vergessen, dass sie unter Beobachtung standen. Ein gespenstisches Schweigen hatte sich über den Raum herab gesenkt.

Tatsächlich gelang es Tim, die wartende Menge auszublenden und sich stattdessen auf jede Bewegung seines Meisters zu fokussieren, der es offensichtlich nicht eilig hatte. Als Lielan eine Bullenpeitsche hervorholte, machte sein Herz vor Schreck einen erneuten Satz und er spürte, wie das Adrenalin durch seine Adern jagte. Erst einmal hatte er die Bullenpeitsche zu spüren bekommen und es hatte sich dabei um eine harte Herausforderung gehandelt.

»Nimm Aufstellung, Sklave«, befahl Lielan und Tim stellte sich in die Mitte der Bühne, aufrecht, die Hände an den Körper gepresst.

Lielan hob die Bullenpeitsche an und Tim wartete mit hartem Klopfen in seiner Brust auf den Schmerz. Ein paar Sekunden später durchbrach ein lauter Knall die Grabesstille und er wurde von der langen Peitsche umwickelt. Der Schmerz peitschte über seine nackten Arme, weit weniger schlimm als er befürchtet hatte, und dann war es schon vorbei. Ein synchrones Keuchen ging durch die Menge und dann setzte zunächst verhaltener, schließlich allgemeiner Applaus ein, als Lielan seinen Sklaven an sich zog, ihm einen Kuss auf die Lippen hauchte und schließlich mit den Fingern schnippte.

Wortlos sank Tim vor ihm auf die Knie. Er brauchte nicht hinzusehen, um zu wissen, dass seine Arme von einer feinen roten Linie überzogen waren. Wer das noch für Show hielt, hatte keine Ahnung.

»Gut gemacht«, murmelte Lielan zufrieden. »Lass dich nicht ablenken und halte deine Augen die ganze Zeit über auf mich gerichtet.«

Tim nickte und lächelte seinen Meister zaghaft an. Es war nicht einfach, so zu tun, als gäbe es da niemanden außer ihnen. Aber Lielan hatte natürlich wie immer recht, dass es ihm leichter fallen würde, wenn er sich ganz und gar auf ihn konzentrierte. Mit einem Zeichen befahl dieser ihn nun wieder seine Position einzunehmen und wiederholte das Spiel mit der Peitsche. Dieses Mal setzte sofort größerer Applaus ein und es gab sogar ein paar anerkennende Pfiffe.

»Nett, sehr nett«, meldete sich der Anzugträger provokativ. »Aber das ist ja nur ein einstudierter Trick. Wir sind hier nicht beim Varieté. Habt ihr nicht etwas Beeindruckenderes zu zeigen als das?«

Tim hätte schwören können, dass es in Lielans Mundwinkeln amüsiert zuckte und er war sich auf einmal sicher, dass sein Meister das alles genauso geplant hatte. Den Ablauf des Abends, überhaupt diesen Auftritt, inklusive die mögliche Reaktion des Publikums. Seine Kehle war ganz trocken vor Spannung und er fühlte ein elektrisierendes Kribbeln am ganzen Körper, das mit jeder Minute zunahm.

»Hierher, Junge«, sagte Lielan und Tim trat gehorsam näher zu seinem Meister.

»Ausziehen«, ordnete Lielan leise aber bestimmt an und Tim wagte kaum noch zu atmen. »Für mich«, flüsterte der Dom. »Stell dir einfach vor, wir wären alleine und du ziehst dich nur für mich aus.«

Tim schluckte trocken, nickte, ging zwei Schritte rückwärts, mehr in Mitte der Bühne. Gegen Ausziehen war grundsätzlich nichts einzuwenden, wäre da nicht ... Langsam und mit verführerischen Hüftbewegungen begann er seine Weste aufzuknöpfen, ohne auch nur ein einziges Mal seine Augen von Lielan abzuwenden. Es war nicht das erste Mal und er wusste, wie man einen guten Striptease hinlegte und dass es genau das war, was sein Meister hier und jetzt von ihm erwartete. Lächelnd öffnete er den letzten Knopf der Weste und ließ sie erst von der einen, dann von der anderen Schulter herabgleiten. Dann warf er sie mit genau dem richtigen Schwung hinüber auf den Tisch.

Wie durch einen Nebel nahm er ganz entfernt wahr, dass es im Raum vollkommen still wurde, jegliches Flüstern oder Hüsteln erstarb. Bestimmt waren die Augen aller auf ihn fokussiert. Hungrig, lauernd, erwartungsvoll. Puh! Lass dich nicht ablenken. Du machst das nur für ihn. Es gab nur ein Paar Augen, an deren aufmerksamem und wohlwollendem Blick er interessiert war.

Während er sich in den Schritt fasste und nun seinen Reißverschluss aufzog, befeuchtete er seine Lippe lasziv mit seiner Zunge, und schwang seine Hüften weiter, wobei er sich einmal um die eigene Achse drehte und betont langsam weitermachte. Tief ein- und wieder ausatmend streifte er seine Bikerboots ab und kickte sie so schwungvoll über die Bühne, dass einer davon über die Kante herabfiel. Dann drückte er die Jeans über seine Hüften herab und drehte sich um, präsentierte Lielan und den Gästen seine Rückseite, wackelte kurz mit dem Hintern, ehe er die Hose endlich seine langen Beine hinunter schob, wobei er sich vorbeugte, um seinen Po noch mehr herauszustrecken. Schließlich stieg er aus den Hosenbeinen heraus.