Georg Bauer

Mit dem Herzen beten

Georg Bauer

MIT DEM HERZEN BETEN

Einführung in das meditative Gebet

INHALT

Vorwort

Einleitung

1. Das verstockte Herz des homo faber

2. Das weite Herz des Gottesfreundes

3. Das Gebet in der Heiligen Schrift

4. Die Macht des Herzens

5. Der heilsame Atem Gottes

6. Das meditative Gebet

Schlussgedanken

Nachwort

Literatur

Für meine Mutter,
die mir nicht nur mein Leben,
sondern vor allem auch
mein großes weites Herz
geschenkt hat.

VORWORT

 

Als kleiner Junge habe ich meine Gebete immer gern gesprochen. Besonders wichtig war mir dabei das Ritual des Zubettgehens am Abend. Ich bekreuzigte mich mit Weihwasser. Dann sprach ich mein Nachtgebet. So hatten es mir meine Mutter und meine Großeltern mütterlicherseits beigebracht.

In meiner frühen Kindheit war ich stets wohlbehütet. Die inneren Ängste, die ich schon damals hatte, konnten zu dieser Zeit ihre unheilvolle Macht über meinen Geist noch nicht entfalten, eben weil ich mich bei meiner Mutter und meinen Großeltern sicher und geborgen fühlte.

Später, als ich dann zur Schule gehen musste, waren meine Mutter und meine Großeltern nicht mehr da, um mich im Alltag zu beschützen. Ich war meinen Ängsten hilflos ausgeliefert. In der Folge entwickelte ich unheilvolle Verhaltensweisen. Ich verdrängte die Angstgefühle durch selbstbezogene Tagträumereien, aus denen sich schließlich schwere Zwänge und tiefe Depressionen entwickelten.

Dementsprechend hatte ich für viele Jahre meines Lebens keinen Zugang mehr zu meiner Gefühlswelt. Mein ichbezogenes Denken hatte meinen Geist vollkommen von meinem Herzen abgeschnitten. Und weil ich keinen Zugang mehr zu meinen Gefühlen besaß, verlor ich auch meine Freude am Beten.

Erst heute, da ich meine Ängste, Zwänge und Depressionen mittlerweile durch die Kraft des achtsamen Atmens überwinden konnte, lebe ich wieder aus meiner inneren Mitte heraus. Das selbstbezogene Denken hat keine Macht mehr über meinen Geist. Und weil jetzt mein Geist erneut mit meinem Herzen verbunden ist, habe ich auch die kindliche Freude am Beten wiedergefunden.

Georg Bauer