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STAR TREK

TITAN

GEFALLENE GÖTTER

MICHAEL A. MARTIN

BASED UPON STAR TREK AND
STAR TREK: THE NEXT GENERATION®
CREATED BY GENE RODDENBERRY

Ins Deutsche übertragen von
Stephanie Pannen

 

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Titel der Originalausgabe: STAR TREK – TITAN: FALLEN GODS

German translation copyright © 2014 by Amigo Grafik GbR.

Original English language edition copyright © 2012 by CBS Studios Inc. All rights reserved.

™ & © 2014 CBS Studios Inc. STAR TREK and related marks and logos are trademarks of CBS Studios Inc.

This book is published by arrangement with Pocket Books, a Division of Simon & Schuster, Inc.,

Print ISBN 978-3-86425-429-1 (Juli 2014) · E-Book ISBN 978-3-86425-294-5 (Juli 2014)

WWW.CROSS-CULT.DE · WWW.STARTREKROMANE.DE · WWW.STARTREK.COM

Dieses Buch ist denen gewidmet, die den Mut hatten,
alles aufs Spiel zu setzen,
für Fairness, für Gerechtigkeit und für Anstand
von den Küsten von Tripolis
bis zu den Vorstandsbunkern der Wall Street
.

INHALT

HISTORISCHE ANMERKUNG

PROLOG TA’ITH

KAPITEL 1 U.S.S. TITAN

KAPITEL 2 IOTA LEONIS II STERNENBASIS 185

KAPITEL 3 U.S.S. TITAN

KAPITEL 4 TA’ITH

KAPITEL 5 U.S.S. TITAN

KAPITEL 6 TA’ITH

KAPITEL 7 U.S.S. TITAN

KAPITEL 8 TA’ITH

KAPITEL 9 U.S.S. TITAN

KAPITEL 10 TA’ITH

KAPITEL 11 U.S.S. TITAN

KAPITEL 12

ZWISCHENSPIEL TUVOK

KAPITEL 13 TA’ITH

KAPITEL 14 U.S.S. TITAN

KAPITEL 15 SHUTTLE ARMSTRONG

KAPITEL 16 U.S.S. TITAN

KAPITEL 17 SHUTTLE ARMSTRONG

KAPITEL 18 U.S.S. TITAN

KAPITEL 19 I.G.W. SHANTHERIN TH’CLANE

KAPITEL 20 TA’ITH

KAPITEL 21 I.G.W. SHANTHERIN TH’CLANE

ZWISCHENSPIEL TUVOK

KAPITEL 22 TA’ITH

KAPITEL 23 U.S.S. TITAN

KAPITEL 24 I.G.W. SHANTHERIN TH’CLANE

KAPITEL 25 TA’ITH

ZWISCHENSPIEL TUVOK

KAPITEL 26 I.G.W. SHANTHERIN TH’CLANE

KAPITEL 27 U.S.S. TITAN

KAPITEL 28 TA’ITH

KAPITEL 29 U.S.S. TITAN

KAPITEL 30 TA’ITH

KAPITEL 31 SHUTTLE ARMSTRONG

KAPITEL 32 U.S.S. TITAN

KAPITEL 33 SHUTTLE ARMSTRONG

KAPITEL 34 U.S.S. TITAN

KAPITEL 35 SHUTTLE ARMSTRONG

KAPITEL 36 U.S.S. TITAN

KAPITEL 37

KAPITEL 38

EPILOG I.G.W. SHANTHERIN TH’CLANE

ANHANG

DANKSAGUNGEN

ÜBER DEN AUTOR

ROMANE BEI CROSS CULT

HISTORISCHE ANMERKUNG

Die Geschichte beginnt etwa zwei Monate nach »Feuer« oder ungefähr zwei Wochen nach dem Ende von Dayton Wards »Zwietracht« (ca. Sternzeit 59833,8 oder 1. November 2382).

Verlasst euch nicht auf Fürsten; sie sind Menschen, die können ja nicht helfen.

Psalm, 146, 3

Wenn ich weiter geblickt habe, so deshalb, weil ich auf den Schultern von Riesen stand.

Isaac Newton (1643–1727)

PROLOG

TA’ITH

Während die Tausend in ehrfurchtsvollem Schweigen hinter ihm/ihr standen, beobachtete Eid’dyl, wie das Herz des Kosmos am violetten Himmel immer tiefer sank. Sein unheilvolles Leuchten warf lange Schatten über die zerstörten Minarette und Turmspitzen der Heiligen Stadt.

Wie jedes körperlich gesunde Stammesmitglied hatte sich Eid’dyl aus der relativen Sicherheit der unterirdischen Präservationistischen Arkologien gewagt, um im Laufe mehrerer vergangener Pilgerzeiten die gleiche beschwerliche Reise anzutreten, hauptsächlich in seiner/ihrer Jugend. Damals wie heute standen die Ruinen der von den Whetu’irawaru-Ahnen zurückgelassenen architektonischen Wunder in gebrochenen Reihen inmitten zusammengetragenen Schutts und wiederholten ein Muster sich unausweichlich ausdehnenden Chaos, das sich über den Rand der schon lange verwaisten Totenstadt und Eid’dyls Blickfeld hinaus erstreckte.

Aber das Bild, das sich Eid’dyl jetzt bot, spiegelte nicht mehr die Stille wider, die bei diesen früheren Besuchen geherrscht hatte. Heute waren die breiten Straßen der Heiligen Stadt mit dem Gemurmel und dem Lärm von Leben und Hoffnung erfüllt. Die Menge, die sich hier versammelt hatte, bestand ausschließlich aus Arava’whetu und nicht aus den ausgelöschten Whetu’irawaru, die sie in derselben nebligen Vorzeit gezeugt hatte, die die Gründung der Heiligen Stadt umhüllte. Dennoch konnte sich Eid’dyl fast einreden, dass die herannahenden Personen dem früheren Volk und nicht dem späteren angehörten.

»Die Dekonstrukteure kommen, Sachem Eid’dyl«, sagte Garym unnötigerweise und unterstrich seine/ihre Worte, indem er/sie mit seinen/ihren knüppelartigen Vordergliedmaßen gestikulierte. Garym diente seit vielen Herzschlägen als Eid’dyls Untersachem, sein/ihr beständiges Hintergliedmaß in der Organisation des Präservationistischen Rats, der Körper, der unaufhörlich dafür arbeitete, das entmutigend lückenhafte Wissen der ausgelöschten Whetu’irawaru zu bewahren. Trotz seiner/ihrer langen Erfahrung hatte Garym niemals seine/ihre Vorliebe dafür verloren, das Offensichtliche auszusprechen.

Dekonstrukteure, dachte Eid’dyl voller Abscheu. Er/Sie verdrehte seine/ihre Mittelgliedmaße in einer Geste, die sowohl Bestätigung als auch Ungeduld anzeigte. Abreißer.

»Ich sehe sie, Garym«, sagte der Anführer der Präservationisten. »Hoffen wir, dass ihr neuer Sachem den Vorteil zu schätzen weiß, seine/ihre Leute auf einen neuen Pfad zu führen.« Eid’dyl hatte guten Grund, diese Hoffnung aufrechtzuerhalten. Der alte Anführer der Dekonstrukteure war viel zu sehr von abergläubischer Angst erfüllt gewesen, um an einem Treffen der verschiedenen Stämme teilzunehmen, wie sie es heute hier abhalten würden.

Plötzlich hellte sich der spätnachmittägliche Himmel auf und erinnerte Eid’dyl auf drastische Weise daran, warum eine solch fundamentale Veränderung so wichtig für das Überleben derjenigen war, die unter dem Herzen des Kosmos lebten, dem leidenschaftslosen Spender von Leben und Tod. Die plötzliche Helligkeit ließ ihn/sie unwillkürlich zusammenzucken, und die Tausend, die hinter ihm/ihr standen, sowie die Reihen der herannahenden Dekonstrukteure stießen alle gleichzeitig ein bestürztes Ächzen aus. In dem kurzen Herzschlag, bevor er/sie instinktiv alle vier vorderen Sinnesantennen unter seine/ihre runzlige Hauthaube zurückzog – und damit die empfindlichen Sichtorgane an der Spitze jeder Antenne –, bemerkte Eid’dyl, dass sich die Lichtgeysire, die das obere und untere Ende des Herzens des Kosmos anzeigten, gewaltig erhellt hatten, und sowohl dicker als auch länger geworden waren. Diese Veränderung war schon dramatisch genug, doch nun schwollen auch noch die Seiten des Herzens an, und die Pole verflachten sich, als ob die große Kugel nicht mehr als ein Klumpen feuchter Ton auf einer sich schnell drehenden Töpferscheibe wäre. Vollkommen unbewusst hob Eid’dyl ein Paar Vordergliedmaßen und breitete die beweglichen Petalen schützend über sein/ihr Blickfeld, auch wenn sich seine/ihre Sensorantennen bereits mehr als zehn Mal so breit ausgedehnt hatten. Dennoch drang schwaches orangefarbenes Licht ein.

»Das Herz wird immer unruhiger«, hörte Eid’dyl Garym sagen. Wie ungeheuerlich.

Eid’dyl wusste so gut wie alle auf Ta’ith, dass das Herz des Kosmos alles wusste und alles umfasste. Aber die genauen Beweggründe und innersten Gedanken des Herzens zu interpretieren war etwas vollkommen anderes. Eid’dyl gab nicht vor, das zu verstehen, was für immer außerhalb des Verständnisses der Bewohner von Ta’ith lag.

Aber auch wenn Garyms Worte anmaßend gewesen waren, konnte Eid’dyl sie nicht ganz von der Hand weisen. Könnte es sein, dass die umfassende Geduld des Herzens schließlich doch erschöpft war? Ungeachtet der Gefahr, ein Sakrileg zu begehen, fragte sich Eid’dyl, ob die mächtige Feuerkugel beschlossen hatte, über die Arava’whetu zu richten, da sie niemals die Errungenschaften ihrer Whetu’irawaru-Ahnen erreicht hatten.

Aber wie seine/ihre Eltern und deren Ahnen hatte Eid’dyl stets daran geglaubt, dass das Urteil des Herzens, wenn es schließlich kam, unausweichlich und dauerhaft sein und dabei ein wenig den Nachbildern ähneln würde, die gerade über seine/ihre überanstrengte Netzhaut rasten. Auch wenn Eyd’dil nur kurz in den Ausbruch des Herzens geblickt hatte, wurde seine/ihre Sehrinde mit den langsam nachlassenden Bildern dunkler pyroklastischer Formen und Flecken in leuchtenden Feuerfarben bestürmt.

»Das Herz wird immer wilder«, sagte Garym schaudernd. »Vielleicht weil es im Laufe der Zeit immer kleiner geworden ist.«

Eid’dyl vibrierte bestätigend mit seiner/ihrer metallreichen Schale, bis seine/ihre Hülle in mehreren hellen Tönen sang. Dank der Alten Aufnahmen wusste Eid’dyl nur zu gut, dass das Herz inzwischen nur noch ein schwaches Echo des großen Tagsterns war, der einst während der Epoche der Whetu’irawaru den Himmel beleuchtet hatte. Laut den uralten Aufzeichnungen war das Herz einst viel größer und eine weitaus stabilere Quelle lebenserhaltender Illumination gewesen.

»Du sprichst wahr, Garym«, sagte Eid’dyl leise. »Leider ist diese Wahrheit in der letzten Viertelrunde nur noch intensiver geworden. Alle Arava’whetu, die jetzt noch auf Ta’ith leben, müssen das Herz nicht nur für ihr Leben verantwortlich machen – sondern auch für die bedauerliche Kürze dieses Lebens.«

Wir können nicht mehr lange mit dem Herzen leben, dachte Eid’dyl und überkreuzte seine/ihre Gliedmaßen – eine Geste der Entschlossenheit, in der gleichzeitig Verzweiflung lag. Und doch können wir nicht ohne es leben.

Auch wenn Garyms tertiäre Bruststridulatoren mit hörbarer Traurigkeit zitterten, waren Tonfall und Klangfarbe seiner/ihrer Stimme – hörbar durch ihre primären und sekundären Klangbeine – frei von Angst. »Und nun stehen wir inmitten der Wut des Herzens, ohne den Schutz der Dächer und Mauern der Arkologien. Ob das bedeutet, dass wir uns schon bald unseren Ahnen hinter dem Vorhang anschließen werden?«

Versuchsweise entspannte Eid’dyl die Hauthaube über einer seiner/ihrer Sinnesantennen und richtete ein Sichtfeld zögerlich auf den westlichen Horizont. Das Herz des Kosmos schien seinen Zorn zumindest für den Moment vergessen zu haben. Obwohl die rötliche Kugel immer noch flach und verzogen wirkte, während sie weiter sank, handelte es sich nun um eine viel nüchternere Gefahr. Da das sinkende Herz so nah am Horizont stand, durchdrang seine Strahlung Ta’ith’ Atmosphäre viel stärker, als es noch vor einer Vierteltagdrehung der Fall gewesen war.

»Auf Gedeih oder Verderb, Untersachem«, sagte Eid’dyl und bemühte sich, seine/ihre Sprachstridulatoren ruhig zu halten, »ich nehme an, dass deine Neugier gleich befriedigt werden wird.«

Eid’dyl sah stumm zu, wie die Anführer der Dekonstrukteure nur ein paar Körperlängen entfernt stehen blieben. Ihre Sensorantennen und Vorderglieder neigten sich aggressiv nach vorn. Eid’dyl konnte die stille Angst und Anspannung der Tausend spüren, die entschlossen hinter ihm/ihr standen. Nachdem er/sie seine/ihre eigenen Sensorantennen so wenig provozierend wie möglich positioniert hatte, zählte Eid’dyl die vor ihm/ihr stehenden Gegner schnell durch und kam zu dem Schluss, dass die Abreißer seinen/ihren eigenen Tausend etwa ebenbürtig waren, zumindest was ihre Anzahl anging.

»Wo sind die neuen Anführer der Dekonstrukteure?«, fragte Garym leise – leise genug, hoffte Eid’dyl, um die Abreißer nicht zu provozieren.

Eid’dyl sah schweigend zu, wie die Antwort auf Garyms Frage Gestalt annahm. Unter dem überraschten Gemurmel der Präservationistischen Tausend bildete sich inmitten der ersten Reihe der Dekonstrukteure eine Lücke, als ob ein unsichtbarer Keil die beiden nächsten Abreißer auseinandergetrieben hätte. Einen Augenblick später tat die zweite Reihe das Gleiche, genau wie die danach und so weiter, bis sich die Gruppe genau in der Mitte geteilt hatte. Der Anblick erinnerte Eid’dyl an die zerrissenen Magmafelder der geologisch aktiven Äquatorialregion Ta’ith’.

Zwei Arava’whetu tauchten aus der Lücke auf und schritten auf Eid’dyl zu. Auf ihren Exoskeletten prangten eine Menge verschiedenfarbiger Auszeichnungen. Auch wenn ihre Panzer vernarbt und rau waren und verhärmter wirkten als die der unglückseligsten Präservationisten, erkannte Eid’dyl die beiden Neuankömmlinge sofort.

»Sachem Fy’ahn«, sagte Eid’dyl zur Begrüßung, nachdem die zwei unangenehm nah vor ihm/ihr zum Stehen gekommen waren. Er/Sie bemühte sich, die widerliche feuchte Nähe der Atmungsplatten seiner/ihrer Gegner zu ignorieren, und streckte dem älteren und bunter dekorierten der beiden Dekonstrukteuranführer in einer Friedensgeste eine seiner/ihrer Sinnesantennen entgegen.

Dekonstrukteursachem Fy’ahn schien Eid’dyls formale körperliche Diplomatie gar nicht zu bemerken, während er/sie eine oberflächliche Grußantwort zirpte, die wohl provozieren sollte. »Mein Untersachem Yrsil«, sagte Fy’ahn, während er/sie mit mehreren oberen Gliedmaßen der rechten Seite auf seinen/ihren Stellvertreter deutete. »Wir kommen mit mehr als tausend unserer besten Waffenschmiede, um das Grollen im Himmel zu einem Ende zu bringen.«

Fy’ahns Anmaßung kam Eid’dyl lachhaft vor. Hatte der Abreißersachem wirklich vor, das Herz des Kosmos herauszufordern? Eid’dyl hielt seine/ihre Stridulatoren einen Moment lang still, um der Versuchung zu widerstehen, sein/ihr Gegenüber durch einen spöttischen Tritonus zu provozieren. Die Angelegenheit war schließlich nicht zum Lachen. Tief in ihrem/seinen Inneren wusste er/sie, dass sich seine/ihre eigenen Tausend, dieser Anzahl von Abreißern niemals widersetzen konnte, egal wie spezialisiert sie in den Künsten der Präservationisten waren. Den neuen Sachem der Dekonstrukteure zu provozieren, wäre äußerst unklug – besonders da ihre ganze Welt auf dem Spiel stand.

Aber Eid’dyl wusste ebenfalls, wie unklug es gewesen wäre, seinen/ihren Abreißergegenpart anzulügen.

»Ich bin mir nicht sicher, ob so etwas möglich ist«, sagte Eid’dyl langsam. »Aber wenn einer unserer Stämme den Zorn des Herzens des Kosmos überlebt, dann weil wir das Wissen unserer Whetu’irawaru-Ahnen geachtet haben.«

»Wir erstreben dieses Wissen ebenfalls«, erwiderte Fy’ahn. Der Dekonstukteur-Anführer wandte sich zur Bestätigung an seinen/ihren Stellvertreter.

»So ist es, Sachem Fy’ahn«, sagte Yrsil. Seine/Ihre Haltung und Beinposition strahlten geübte Neutralität aus. »Darum leben wir weiter auf Ta’ith’ Oberfläche, wie es unsere gemeinsamen Vorfahren taten. Darum haben wir uns nicht in die Tiefen zurückgezogen, wie es dein Stamm vorgezogen hat, Sachem Eid’dyl.«

Trotz der offensichtlichen Abneigung, die Yrsils Bemerkung eingefärbt hatte, fühlte sich Eid’dyl ermutigt. Mit selbstbewussten, sorgfältig komponierten Beinbewegungen sagte er/sie: »Mein Stamm und deiner scheinen eine ähnliche Verehrung für unsere gemeinsamen Vorfahren zu empfinden.«

»Natürlich tun wir das«, sagte Fy’ahn.

Eid’dyls Hoffnungen stiegen weiter, auch wenn seine/ihre Instinkte zur Vorsicht rieten. »Dann könnt ihr uns helfen, eine Lösung zu finden und das Herz zu heilen. Ihr könnt uns außerdem dabei assistieren, die korrekte Interpretation der Whetu’irawaru-Technologie zu bestimmen.«

Fy’ahns Vorderbeine begannen sich hektisch zu bewegen. »Interpretation? Wofür brauchen wir eine Interpretation? Die einzig mögliche Vorgehensweise ist offensichtlich.«

»Wir müssen dieses Wissen gründlich verstehen, um es richtig anzuwenden«, sagte Garym.

Einen Moment lang befürchtete Eid’dyl, dass Fy’ahn Garym schlagen würde, weil er/sie unaufgefordert gesprochen hatte. Stattdessen antwortete Yrsil.

»Das Wissen der Whetu’irawaru hat für uns keinen Wert«, sagte der Untersachem. »Außer vielleicht als Brennstoff für unser Herdfeuer.«

»Ich verstehe nicht«, sagte Eid’dyl, der/die sich fragte, ob die Weltsicht der Dekonstrukteure sie unempfindlich für die Veränderung machte, die er/sie sich durch die neue Führung erhofft hatte. »Ich hatte gehofft, dass sich deine Politik von der deines Vorgängers unterscheiden würde.«

»Dem ist in der Tat so«, antwortete Fy’ahn. »Ich glaube, dass sich der vorherige Sachem unseres Stamms unangemessen stark mit dem zentralen Grundsatz der Dekonstrukteure befasst hat – der vollkommenen Auslöschung des Alten Wissens, bevor es uns alle zerstört.«

Während Eid’dyl über Fy’ahns Worte nachdachte, bekam er/sie eine düstere Vorahnung. Er/Sie kannte Ta’ith’ Post-Whetu’irawaru-Geschichte besser als die meisten Präservationisten, und mit Sicherheit besser als jeder Abreißer. Weil die Arava’whetu von Natur aus friedlich waren, hatte es zwischen den Stämmen seit Tausenden Zyklen keine ernsthaften Auseinandersetzungen gegeben. Gelegentliche Ausnahmen waren zwar vorgekommen, aber es hatte sich nicht um mehr als relativ kurze Störungen des unsicheren Stammesgleichgewichts gehandelt. Scharmützel zwischen den Stämmen ereigneten sich meistens während großer Umweltbelastungen, wie Klimaveränderungen und erzwungenen Massenumsiedlungen, oder wenn die Nahrungsvorräte aufgrund unerwarteter Verschiebungen der landwirtschaftlich nutzbaren Zonen knapp wurden.

Eid’dyl musste zugeben, dass alle Zeichen darauf hindeuteten, dass nun während seiner/ihrer Amtszeit eine neue fundamentale Störung auftreten würde – vielleicht sogar eine so heftige, dass die Auslöschung des Lebens auf Ta’ith möglich war. Die vollkommene gegenseitige Auslöschung ihrer Stämme schien nun eine reale Möglichkeit zu sein, es sei denn, er/sie war außerordentlich vorsichtig – und er/sie hatte Glück.

»Das kannst du doch nicht ernst meinen, Sachem Fy’ahn«, sagte Eid’dyl. Seine/Ihre primären Stridulatoren zitterten, obwohl er/sie sich größte Mühe gab, ruhig zu bleiben.

»Das zu zerstören, was unsere Ahnen hinterlassen haben«, sagte Fy’ahn und deutete mit der Hälfte seiner/ihrer Stridulatoren auf die unwirtliche Silhouette der Stadt, »ist die einzige Möglichkeit.«

»Das Wissen der Whetu’irawaru stellt unsere einzige Hoffnung dar, den Zorn des Herzens zu überleben. Ansonsten droht uns die Auslöschung …«

»Unsinn!«, unterbrach Yrsil, dessen/deren Stridulatoren Verachtung ausdrückten. »Unsere Ahnen verschwanden, weil sie die Götter mit ihrer Zauberei beleidigt hatten.«

»Zauberei?«, entgegnete Garym. »Die Whetu’irawaru, die unsere beiden Stämme hervorgebracht haben, praktizierten keine Zauberei. Aber sie erschufen eine Vielzahl an Texten und Diagrammen, die wir zu bewahren geschworen haben.«

»Hexenwerk«, erwiderte Fy’ahn mit einer herablassenden Bewegung seiner/ihrer Augenantennen. »All das ist eine Beleidigung der natürlichen Ordnung des Kosmos. Ihre fortgesetzte Existenz ist der Grund, warum das Herz gegen uns tobt.«

Eid’dyl bemühte sich, seinen/ihren Tonfall emotionslos zu halten. »Wir sind die Erben von Wundern, nicht Zauberei. Segnungen, nicht Hexenwerk. Uralte Texte, von denen einige Maschinen beschreiben, die das Klima kontrollieren können, vielleicht sogar ausreichend, um den Zorn des Herzens zu mildern. Mathematische Lehren, deren Bedeutung und Wichtigkeit von vergangenen Äonen fortgewischt wurden, die aber das Potenzial in sich tragen, den Tod selbst zu besiegen.«

Bedrohlich kam Fy’ahn näher und neigte seine/ihre obersten Stridulatoren in einer schroffen Geste der Verneinung. »Das Wissen, das eure Leute bewahrt haben, wird unseren beiden Völkern die gleiche Auslöschung bringen, der die Whetu’irawaru anheimgefallen sind.«

Entgegen jeglicher seiner/ihrer Instinkte, wich Eid’dyl nicht zurück, weder wörtlich noch im übertragenen Sinne. »Dieses Wissen könnte das Überleben jedes Einzelnen auf Ta’ith sichern. Es mag das Einzige sein, was uns noch retten kann.«

Bevor er/sie wusste, wie ihm/ihr geschah, hielten ihn/sie vier Beine in einem eisernen Griff. »Du täuschst dich, Sachem Eid’dyl«, sagte Fy’ahn. Seine/Ihre Stridulatoren waren über dem Klicken seiner/ihrer Schale und dem anschwellenden Gebrüll der Abreißerhorde kaum mehr zu verstehen. »Nur eine Reinigung durch Feuer wird das erreichen.«

Eid’dyl stolperte, als sie ihn/sie von Garym fortzogen. Sein/Ihr Untersachem verschwand im darauffolgenden Tumult. Niemand hörte auf Eid’dyls Flehen, während sich die Dekonstrukteure von der verwirrten, ziellos umherirrenden Masse der Präservationisten abwandten. Eid’dyl wurde mitgeschleift und musste hilflos zusehen, wie das Herz des Kosmos, der Spender von Leben und Tod, hinter dem fernen Horizont verschwand.

Unbeirrt vom unbarmherzigen Anbruch der Nacht bewegte sich die Abreißerhorde zielgerichtet auf das von Trümmern übersäte Zentrum der Heiligen Stadt zu.

KAPITEL 1

U.S.S. TITAN

Lieutenant Commander Melora Pazlar streckte sich über die Lichtjahre hinweg und ergriff den um die eigene Achse wirbelnden Neutronenstern. Sie hielt ihn sanft und drehte den hellen abgeflachten Südpol, bis die energetische Protuberanz beinahe direkt auf ihr Gesicht gerichtet war, während sein nördliches Gegenstück fast in genau die entgegengesetzte Richtung zeigte. Die große sternübersäte Wolke aus Gas und Staub, die eine Supernovaexplosion vor Jahrtausenden hinterlassen hatte – tief im Gum-Nebel, einer noch größeren Wolke aus Gas und Staub, geschaffen von einer noch viel älteren Supernova –, spiegelte die Veränderung in der Orientierung des Pulsars, und folgte gehorsam den Graviationskräften, die fast unmerklich jedes Teilchen Materie im Universum miteinander verbanden.

In den astronomischen Verzeichnissen der Föderation als Vela-Pulsar bekannt, lag das hell strahlende Objekt in Pazlars offener Hand und war nun so ausgerichtet, dass der nächstgelegene seiner kosmischen Jets zu dem elektromagnetischen Äquivalent eines Feuerwehrschlauchs geworden war. Die beträchtliche Schwerkraft des Pulsars hatte seine äußere Hülle aus einfallender Materie so beschleunigt, dass seine Pole starke Energieströme ausstießen, die jede Wellenlänge von Gamma- und Röntgenstrahlen über sichtbaren Licht- und Funkwellen bis hin zu den Subraumbändern umfassten. Als ihr der Strom aus leuchtenden Falschfarben ins Gesicht schoss, zuckte sie unwillkürlich zusammen und ließ den Pulsar los. Sie wusste, dass die Lichteffekte vollkommen harmlos und nicht mehr als eine holografische Darstellung waren, auch wenn sie durch eine kleine Drehung des Kopfs bemerkte, dass sich der Strahl über den Platz, den sie besetzte, erstreckte. Er formte einen langen Schweif, als ob sie gar nicht da wäre. Und doch war sie zusammengezuckt. Bei ihrer Reaktion hatte es sich um einen Urinstinkt gehandelt, den sie nicht kontrollieren konnte. Ihre Sinne fanden die Illusion viel zu überzeugend, obwohl sie wusste, dass das alles nicht echt war. Wenn das holografische Objekt vor ihr neben seiner Helligkeit noch eine andere Eigenschaft des echten Vela-Pulsars besessen hätte, wäre sie schon lange verbrannt, bevor sie auch nur in die Nähe seiner kochenden Atmosphäre gekommen wäre.

Während sie wie ein Staubkorn in der riesigen schwerelosen Hologrammkammer schwebte, die einen Großteil des Labors der Stellarkartografie ausmachte, schalt sie sich innerlich. Schließlich wusste sie, dass sie sich nicht im All, sondern an ihrem Arbeitsplatz befand.

Aus dem Kommunikator an Pazlars Uniform ertönte plötzlich eine vertraute efrosianische Stimme. »Bist du gerade beschäftigt, Melora?«

Sie berührte den Kommunikator. »Das könnte man so sagen, Xin«, antwortete sie dem Chefingenieur der Titan. »Ich wollte gerade mit einer Fernanalyse unseres nächsten Ziels starten. Bevor wir ankommen und unsere Forschungsmission beginnen, möchte der Captain so viel wie möglich über den Vela-Pulsar wissen.«

»Kann das vielleicht noch ein paar Minuten warten?«, fragte Commander Xin Ra-Havreii. »Ich könnte hier im Maschinenraum deine Hilfe gebrauchen.«

Pazlar achtete genau darauf, ob Xin flirtete, aber das schien nicht der Fall zu sein. Auch wenn sie wusste, dass Xin seine Arbeit genauso ernst nahm wie sie die ihre, hatte sie schon sehr früh in ihrer Beziehung festgestellt, dass er durchaus hin und wieder ein mittägliches Schäferstündchen vorschlug.

»Warum?«, fragte sie, und bemühte sich vergeblich, nicht neugierig zu klingen.

»Gleich wird Captain Rikers Konferenz mit Admiral de la Fuego beginnen, und er möchte dafür das schiffsweite Holosystem benutzen. Leider hat das System ein paar Macken, die ich mit deiner Hilfe schneller ausbügeln könnte.«

Sie runzelte die Stirn. »Das Holosystem zu reparieren, klingt aber eher nach deinem Fachbereich als nach meinem, Xin.«

»Die jahrelange Leitung des Stellarkartografielabors hat dich zu einer größeren Hologrammexpertin gemacht, als du denkst, Melora«, sagte er. »Außerdem benutzt du es von allen Besatzungsmitgliedern mit Abstand am häufigsten.«

Seine Worte trafen sie wie eine Ohrfeige und erinnerten sie daran, dass sie nach dem integrierten Holoemitternetzwerk der Titan geradezu süchtig gewesen war. Das System ermöglichte es ihr, praktisch jede Abteilung des Schiffs zu besuchen, ohne aufgrund der für sie zu hohen künstlichen Schwerkraft, die praktisch überall sonst auf der Titan herrschte, einen Knochenbruch zu riskieren. Ohne es benötigte sie entweder einen unförmigen Schutzanzug oder ein Exoskelett und musste außerdem die Sicherheit des Labors oder ihres Quartiers verlassen, die beide die Mikroschwerkraft ihrer Heimatwelt nachbildeten.

Aber im Verlauf des letzten Jahrs hatte sich Pazlar die übermäßige Nutzung des schiffsweiten Holosystems abgewöhnt. Auf den Rat von Counselor Huilan Sen’kara und anderen hin – Ratschläge, die sie zuerst abgelehnt hatte – war Pazlar klar geworden, dass sie die Nutzung der Telepräsenztechnik überstrapazierte, wodurch das Ganze zu einer ungesunden Form selbst auferlegter sozialer Isolation geworden war.

Sie schnitt eine Grimasse und schob den Vela-Pulsar von sich. Er kehrte an seinen ursprünglichen Platz einige künstliche Lichtjahre entfernt zurück. Wenn Xin es doch nur auf ein Schäferstündchen abgesehen haben sollte, lässt sein Charme aber zu wünschen übrig, dachte sie.

»Was genau willst du damit sagen, Xin?«

Pazlar wusste, dass ihre Fähigkeit, sich auf astronomische Dinge zu konzentrieren, davon abhängen würde, was Xin Ra-Havreii als Nächstes sagte.

»Ich will damit sagen, dass du damit mehr Erfahrung als jeder andere an Bord hast, abgesehen von mir selbst natürlich. Der Captain will, dass das Holosystem reibungslos läuft – jetzt sofort –, und ich will ihn nicht enttäuschen. Ein zweites Paar geübter Augen könnte da den entscheidenden Unterschied ausmachen. Bitte komm runter in den Maschinenraum, Melora. Es wird auch nicht lange dauern.«

Während sie wie ein Stück kosmisches Treibgut in der Schwerelosigkeit schwebte, dachte sie über seine Bitte nach. »Also gut, Xin«, erwiderte sie gedehnt. »Gib mir eine Minute.«

Sie konnte sich genau vorstellen, wie ihm ihre Antwort ein zufriedenes Grinsen entlockte und sein schneeweißer Schnurrbart leicht nach oben zuckte. »Danke, Melora. Ra-Havreii Ende.«

Pazlar aktivierte eine der kleinen Druckluftdüsen an ihrer Uniform. Im Einklang mit den grundlegenden newtonschen Gesetzen begann sich ihr Körper in die entgegengesetzte Richtung des Schubs zu bewegen, auf die Steuerkonsole des Labors und die sie umgebenden zahlreichen Laufstege und Geländer zu.

Sobald sie »Bodenhöhe« erreicht hatte, ging sie zu dem Schrank, in dem sie ihren Antigravitationsanzug aufbewahrte. Doch auf dem Weg überlegte sie es sich anders und manövrierte sich lieber an die nächstgelegene Konsole des Holosystems.

Nur für den Fall, dass er doch irgendwelche Hintergedanken haben sollte, die er nur ausführen konnte, wenn sie persönlich zu ihm kam.

Captain Will Riker erreichte sein Ziel zwei Minuten zu früh und beschloss, das als gutes Omen zu werten.

Er stand allein in der schwach beleuchteten Hauptaussichtslounge, blickte aus dem Panoramafenster und bewunderte die atemberaubende Aussicht, die sich ihm bot. Er sah über den breiten Bug der Titan hinweg in die mysteriösen, doch zugleich verlockenden leuchtenden Tiefen des Gum-Nebels.

Was erreichen wir hier draußen eigentlich wirklich?, dachte er. In letzter Zeit hatten ihn Albträume heimgesucht. Bilder von einem Dutzend und mehr Welten – Föderationsmitglieder und Verbündete –, die während der letzten Borg-Invasion am härtesten getroffen worden waren. Deneva, Vulkan, Andor, Tellar, Qo’noS, all diese Welten befanden sich noch in der Wiederaufbauphase. Würden sie sich angesichts der umfassenden Zerstörung, die das Borg-Kollektiv über sie gebracht hatte, jemals wieder vollständig erholen?

Riker drehte sich um und betrachtete den Raum. Er hatte angeordnet, die Lounge um fünfzehnhundert exklusiv für ihn zu reservieren. Um diese Zeit sollte die Besprechung mit Admiral de la Fuego stattfinden. Er hätte es vorgezogen, Deanna an seiner Seite zu haben, da einer der angesetzten Punkte auch sie betraf. Doch dies war eine Angelegenheit auf Kommandoebene und nur für die Ohren des Captains bestimmt. Einige der Themen würden heikel sein, daher hatte er darauf bestanden, die Besprechung mithilfe des Holosystems durchzuführen. Wenn Admiral de la Fuego vorhatte, ihm ein paar unangenehme Anweisungen aufzuzwingen, musste sie ihm dabei wenigstens in die Augen sehen.

Riker setzte sich mit dem Rücken zum Aussichtsfenster an den breiten runden Besprechungstisch, der die Mitte des Raums einnahm. Er seufzte. »Computer, öffne sicheren holografischen Subraumkanal, Sternenflotte siebzehn Tau Alpha Ypsilon. Autorisierung: Riker, Beta eins null zwei. Erhöhe Beleuchtung auf null Komma sieben fünf des Standards.«

Sofort wurde es heller. Nach nur wenigen Herzschlägen nahm auf einem Stuhl gegenüber von Riker ein Hologramm Gestalt an. Das Bild schimmerte und wurde immer deutlicher, bevor es wieder hinter einem Vorhang aus weißem Rauschen zu verschwinden begann. Es sah fast so aus, als würde der Admiral mit einem fehlerhaften Transporter an Bord der Titan gebeamt, der das Signal zu verlieren drohte.

Der Captain schnitt eine Grimasse und fluchte. Gerade als er nach seinem Kommunikator greifen wollte, gewann das holografische Bild auf dem Stuhl plötzlich an Klarheit, Schärfe und Auflösung. Es war, als ob der Admiral mit ihm im Raum wäre, anstatt ihn aus einer Entfernung von mehreren Tausend Lichtjahren zu beobachten.

Riker hatte sich bewusst dafür entschieden, die Besprechung in einem Raum abzuhalten, der hinter ihm den Beta-Quadranten zeigte, um damit zu unterstreichen, welche besondere Bedeutung die Titan und ihr Captain innehatten.

Admiral Alita de la Fuego, deren von Grau durchzogenes schwarzes Haar zu einem strengen Knoten frisiert war und auf deren hellbrauner Stirn neue Sorgenfalten prangten, sprach als Erste.

»Captain Riker. Ich bedaure, dass seit unserem letzten Gespräch so viel Zeit vergangen ist. Wie lange ist es her? Neun Wochen?«

»Zehneinhalb, Admiral«, antwortete er und schenkte ihr ein, wie er hoffte, einnehmendes Lächeln. »Nicht dass ich mitzählen würde. Ich weiß, wie viel Sie in letzter Zeit zu tun haben.«

Der Admiral nickte höflich. »Ich habe gerade den Bericht gelesen, den Sie nach der Hranrar-Affäre eingereicht haben. Wie ich sehe, wurde Commander Tuvok ziemlich schwer verletzt.«

Riker verstand sofort, worauf sie hinauswollte. Als er die Besatzung der Titan zusammengestellt hatte, war ihm aufgefallen, dass sein taktischer Offizier de la Fuegos Mentor gewesen und immer noch eng mit ihr befreundet war.

»Tuvok erlitt ein schweres neurales Trauma, als er versuchte, eine telepathische Verbindung mit der künstlichen Intelligenz herzustellen, die wir an Bord des Biosphärenwandlers entdeckten.« Als er ihren leeren Blick bemerkte, erklärte er: »Das Brahma-Shiva-Artefakt.« Die inzwischen stillgelegte Terraforming-Maschine, die die Wissenschaftsspezialisten der Titan Brahma-Shiva getauft hatten, war von einer längst verschwundenen Rasse gebaut worden. Sie hätte die Biosphäre des Planeten Hranrar ausgelöscht – einschließlich seiner hoch entwickelten Zivilisation –, wenn die Titan nicht eingegriffen hätte.

Admiral de la Fuego lehnte sich vor und legte ihre virtuellen, aber echt aussehenden Hände auf den Konferenztisch. Sie war eindeutig ziemlich nervös. »Wie geht es ihm jetzt?«

»Besser als erwartet«, sagte Riker, der froh war, gute Neuigkeiten überbringen zu können. »Wir haben noch heute Morgen vor dem Frühstück zusammen ein Suus-Mahna-Training absolviert. Seit sechs Wochen ist er wieder im Dienst.«

»Ich wusste nicht, dass Sie ein solch strenger Vorgesetzter sind, Captain.«

Abwehrend hob er beide Hände. »Es war nicht meine Idee, Tuvok wieder in den Dienstplan aufzunehmen. Und es geschah auch gegen Dr. Rees Empfehlung. Aber Sie wissen ja, wie … entschlossen der Commander sein kann.«

Sie lächelte. »Ich hätte wohl eher ›dickköpfig‹ gesagt, Captain.«

»Da stimme ich zu«, sagte er und erwiderte ihr Lächeln. »Aber er erledigt seine Aufgaben hervorragend. Ree berichtet, dass er keine erheblichen Spätfolgen feststellen kann.« Zumindest nicht bis jetzt, dachte Riker.

»Ich bin froh, das zu hören«, sagte sie. »Aber es gibt da eine ›Spätfolge‹, an der das Sternenflottenkommando besonders interessiert ist.«

»Ich weiß gerade nicht, was Sie meinen, Admiral.«

Ihr Lächeln erstarb. »Die Terraforming-Maschine, die Sie auf Hranrar entdeckten, Captain. Und dann zerstörten. Laut Ihren Berichten ist sie die Quelle der künstlichen Intelligenz, die Ihre Mannschaft entdeckt hat. Unsere Wissenschaftsabteilung und das Ingenieurkorps haben schon mit den Hufen gescharrt, um einen Blick in das Innere dieses Dings zu werfen. Die Gedankenverschmelzung, die Commander Tuvok mit dem Brahma-Shiva durchgeführt hat, könnte unsere einzige Möglichkeit sein herauszufinden, wie es funktioniert hat. Konnte Tuvok sich denn jetzt, nachdem er vollständig genesen ist, an Einzelheiten der Verschmelzung erinnern?«

Riker spürte, wie sich seine Kehle zusammenschnürte. Er versuchte, sich bewusst zu entspannen. Wie auch immer de la Fuego zu seiner Entscheidung, Brahma-Shiva zu zerstören, stehen mochte, wusste der Captain doch, dass er das Richtige getan hatte. Die Terraforming-Technologie in diesem Artefakt hätte möglicherweise dabei helfen können, das Leid der Föderation zu lindern – ganz zu schweigen von dem Vorteil, den es ihr gegenüber dem Typhon-Pakt verschafft hätte – aber Brahma-Shiva zu sprengen, war die einzige Möglichkeit gewesen, die Auslöschung einer ganzen Zivilisation zu verhindern.

»Leider nein«, sagte er. »Bis jetzt konnte sich Tuvok an gar nichts erinnern.«

Nachdenklich zwirbelte der Admiral eine Haarlocke. »Sie würden doch nicht absichtlich Informationen zurückhalten, oder, Captain?«

Wieder hörte Riker den anklagenden Tonfall. Er war subtil, aber auf jeden Fall vorhanden. Es gab nur eine Antwort, die er darauf geben konnte, und er bemühte sich, seine Stimme so sachlich wie möglich zu halten. »Ich vertraue meinen Führungskräften bedingungslos, Admiral. Tuvok kann sich glücklich schätzen, den Vorfall überlebt zu haben. Ein anderes Mitglied meiner Besatzung versuchte ebenfalls, sich mit dem Brahma-Shiva zu verbinden, hatte dabei aber weniger Glück.«

De la Fuego runzelte sichtlich verwirrt die Stirn. Dann verstand sie. »Ah. Sie beziehen sich auf die künstliche Lebensform, die Sie vor ein paar Monaten mit an Bord nahmen, laut Ihren Berichten ein gewisser Blau-Weiß.«

»ZweitGen Weiß-Blau«, korrigierte Riker sie sanft.

»Natürlich, Captain.«

Riker gestand sich ein, dass es wohl seine lange Freundschaft mit dem verstorbenen Lieutenant Commander Data war, die ihn bezüglich des Umgangs mit unorganischen Kollegen empfindlicher gemacht hatte. Aber da es ohnehin nichts nützen würde, das Thema weiterzuverfolgen, fuhr er mit seinem Bericht fort.

»Wir hatten gehofft, dass uns Weiß-Blaus Verbindung mit der Brahma-Shiva-KI Teraquads an Informationen verschaffen könnte, um Brahma-Shivas Terraforming-Eigenschaften zu duplizieren. Ensign Torvig Bu-kar-nguv hat in den vergangenen zwei Monaten fast unaufhörlich daran gearbeitet, ihn oder zumindest irgendwelche lesbaren Dateien zu reaktivieren. Aber ich befürchte, dass er bis jetzt noch keinen Erfolg hatte. Der Schaden war offenbar zu beträchtlich.«

»Sie geben doch nicht auf, Captain?« Wieder hatte sie diesen anklagenden Tonfall in der Stimme. Oder bildete er sich das nur ein und projizierte seine eigene Unsicherheit auf sie?

»Nein, Admiral«, sagte er, verspürte dabei aber erneut Zweifel, ob es angesichts all dessen, was in der Föderation vor sich ging, wirklich klug von der Sternenflotte gewesen war, ihre zwei modernsten Schiffe – die Titan und ihre Luna-Klasse-Schwester Ganymede – auf reine Forschungsmissionen abzukommandieren. Vielleicht hätte man sie besser eingesetzt, um der Föderation den Rücken zu stärken, falls die Gorn-Hegemonie oder eine der anderen Mächte des Typhon-Paktes, die große Gebiete innerhalb des Beta-Quadranten für sich beanspruchten, angreifen sollte. Der Umbruch, den der kürzliche Austritt Andors aus der Vereinigten Föderation der Planeten verursacht hatte – ganz zu schweigen von den internen Machtkämpfen auf dieser Welt –, machte der Föderation das Leben auch nicht einfacher.

Der Captain bemerkte, dass der Admiral durch ihn hindurchzusehen schien. Einen Moment später begriff er, dass sie tief in den Gum-Nebel blickte, der durch das Panoramafenster hinter ihm zu sehen war. Sie lehnte sich vor und fixierte ihn mit einem erwartungsvollen Blick, der ihm das Gefühl vermittelte, sie würde ihn um seine Mission beneiden.

»Erzählen Sie mir von Ihrem nächsten Ziel, Captain«, verlangte sie.

»Der Vela-Pulsar«, erwiderte Riker, nachdem er einen Befehl in das Padd eingegeben hatte, das auf dem Tisch lag. Zwischen ihnen entstand in der Luft das Falschfarbenbild eines verzerrten Sterns, der aus einem orangefarbenen Lichthof aus Radioaktivität Doppelströme aus goldenem Feuer absonderte. Auch wenn das Bild unbewegt zu sein schien, wusste Riker es besser. Laut Dr. Cethente drehte sich das unglaublich dichte Objekt von der Größe Manhattans so schnell, dass das menschliche Auge die Bewegung nicht wahrnehmen konnte, die Energieströme des Pulsars vibrierten wie verrückt, und immer wieder peitschten mit Lichtgeschwindigkeit Strahlungsblitze hin und her.

»Beeindruckend«, sagte de la Fuego. »Sieht ja ziemlich abenteuerlich aus.«

»Das ist es. Es handelt sich um einen Pulsar mit einer Rotationsdauer von 89 Millisekunden. Er ist der Überrest einer Supernovaexplosion, die hier vor mehreren Tausend Jahren stattfand. Er ist das hellste Objekt seiner Art im Gum-Nebel und eine der größten Quellen für Röntgen- und Gammastrahlen sowie Gravitonwellen im gesamten Beta-Quadranten. Die Mitarbeiter unserer Astrophysikabteilung denken, dass er uns fundamentale Einblicke in Bezug auf die Frage liefern könnte, wie sich Materie und Energie austauschen, bis auf die Quarkebene oder sogar weiter.«

»Außerordentlich, Captain. Die Wissenschaftler waren wegen der astronomischen Daten, die ihnen die Titan bis jetzt von den äußeren Bereichen des Beta-Quadranten liefern konnte, geradezu ekstatisch.«

Riker grinste. »Dann werden sie jetzt wahrscheinlich vollkommen ausrasten. Allerdings nur, wenn wir nah genug herankommen.«

»Wie weit kann sich die Titan dem Pulsar denn nähern, ohne sich in Gefahr zu bringen?«

»Die Astrophysiker stellen immer noch eine detaillierte Gravitationskarte zusammen. Wir wissen mehr, sobald wir näher dran sind. Ich erwarte, dass die Titan in weniger als einem Tag einen sicheren Beobachtungsorbit erreicht. Nah genug, um den Pulsar unseren Sensorfeldern zugänglich zu machen, aber weit genug entfernt, um uns vor der freigesetzten Strahlung zu schützen. Während der Untersuchung werden wir uns den längerfristigen Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten widmen.«

Die Gorn-Affäre vor zwei Monaten hatte die Reparatur- und Instandhaltungsliste der Titan beträchtlich verlängert. Riker war dankbar, dass sie sich in den nächsten acht Wochen Zeit nehmen konnten, um sie abzuarbeiten.

»Dann freuen Sie sich bestimmt zu hören, dass das Sternenflottenkommando in der Lage ist, der Titan bei diesen Arbeiten zu helfen«, sagte de la Fuego mit einem breiten Lächeln. »Eines unserer neuen Vesta-Klasse-Schiffe ist bereits auf dem Weg zu Ihrer gegenwärtigen Position: Mit ihrem Slipstream-Antrieb sollte die Capitoline in etwa drei Tagen auf die Titan treffen.«

Diese unerwartete Neuigkeit überraschte Riker, und er fragte sich, ob es wirklich notwendig war, die Capitoline zu ihnen zu schicken. Er wusste, dass die Titan nicht schwer beschädigt war, auch wenn dem Schiff tatsächlich einige nicht replizierbare Bauteile fehlten. Erschwerend kam hinzu, dass er, was sein Schiff betraf, furchtbar besitzergreifend war, und er wusste, dass es seinen Ingenieuren ebenso erging – allen voran Xin Ra-Havreii. Das Letzte, was Riker und sein Chefingenieur brauchten, war ein neues Team aus Spezialisten. »Wobei genau soll uns die Capitoline denn helfen?«

»Sie wird hauptsächlich Bauteile schleppen«, erklärte de la Fuego. »Die Teile, die Sie brauchen werden, um die vier Shuttles zu ersetzen, die seit Beginn Ihrer Mission zerstört wurden. Die Capitoline wird mit allem ausgestattet, was auf der Wunschliste der Titan stand. Sie sollten innerhalb einer Stunde ein ausführliches Ladungsverzeichnis erhalten. Außerdem wird die Capitoline einige notwendige Mannschaftsablösungen durchführen.«

»Danke, Admiral.« Riker wusste nicht so recht, was er sagen sollte. Es klang einfach zu gut, um wahr zu sein.

An dieser Sache muss doch irgendetwas faul sein.

Sie lehnte sich vor und studierte ihn. »Sie scheinen beunruhigt zu sein, Captain. Wo drückt der Schuh?«

Nachdem er sich dafür gescholten hatte, sein berühmtes Pokerface nicht beibehalten zu haben, sagte er: »›Beunruhigt‹ wäre ein wenig übertrieben, Admiral. Ich frage mich nur, warum dieses Treffen unter vier Augen stattfinden muss. Bis jetzt haben wir nichts besprochen, was die Sicherheitseinstufung meiner Führungskräfte übersteigen würde.«

»Dieses Treffen ist noch nicht vorbei, Captain«, sagte der Admiral mit steinerner Miene. »Wir haben noch nicht über die Andor-Situation gesprochen.«

Riker nickte düster. »Ich kann es kaum glauben. Eine der fünf Gründungswelten der Föderation ist ausgetreten.«

»Mir geht es genauso. Ich hätte niemals gedacht, dass ich so etwas je würde miterleben müssen.«

»Vielleicht ist der Schaden ja nicht dauerhaft. Die Andorianer sind bekannt dafür, aus der Hüfte zu schießen, bevor sie gründlich darüber nachgedacht haben. Ist es möglich, dass sie es sich noch mal überlegen, sobald sie sich ein wenig abgeregt haben?«

»Seit Andor seinen Rückzug verkündet hat, ist das die einzige Hoffnung des Diplomatischen Korps – mal ganz abgesehen von den zahllosen Friedensangeboten, die sie den Andorianern seitdem unterbreitet haben.« Traurig schüttelte sie den Kopf. »Aber sie hatten einfach kein Glück. Tatsächlich ist Andor so unversöhnlich geblieben, dass der Föderationsrat gestern Morgen offiziell seine diplomatischen Bemühungen eingestellt hat.«

»Was ist mit Andors Rückführungserlass?«, fragte Riker. Die andorianische Regierung hatte eine, wie sie es nannte, »formale Bitte« ausgesandt, dass alle andorianischen Bürger innerhalb des Föderationsraums sofort zu ihrer Heimatwelt zurückkehren sollten. Riker hatte es weniger als formale Bitte denn als unverhandelbare Forderung verstanden.

»Der Rat wird heute erklären, dass er Andors Wünschen Folge leistet – aber nur bis zu einem gewissen Grad.«

Riker runzelte die Stirn. »Admiral, sie haben darum ›gebeten‹, dass jeder Andorianer im fortpflanzungsfähigen Alter unverzüglich nach Andor zurückgebracht wird. Notfalls mit Gewalt.«

»Und das ist die Grenze, die der Rat nicht überschreiten wird, Captain.«

»Ich bin froh, das zu hören, Admiral«, erwiderte Riker.

»Angesichts dieser Vereinbarung hat der Rat eine Maßnahme autorisiert, um allen ›gewillten Andorianern im fortpflanzungsfähigen Alter Unterstützung und Transport bereitzustellen‹.«

Riker nickte. Auch wenn er mit der Gesamtsituation unzufrieden war, musste er zugeben, dass die Entscheidung des Rates angemessen war und Sinn ergab. Niemand wurde gezwungen, den Föderationsraum zu verlassen, genauso wenig wie jemand zum Bleiben gezwungen wurde. Wenn ein unabhängiger Planet den Status seiner Föderationsmitgliedschaft einseitig verändern durfte, konnten einzelne Personen das wohl auch.

»Doch aus Sicherheitsgründen«, fuhr de la Fuego fort, »hat die Sternenflotte mehr Spielraum als die Zivilregierung.«

Riker wurde klar, dass dieser spezielle Punkt wohl der Grund dafür war, warum de la Fuego unter vier Augen mit ihm sprechen wollte. »Ich bin nicht sicher, ob mir diese Vorstellung gefällt, Admiral.«

»Ich weiß es ebenfalls nicht.« Ihr Tonfall war steif und nachdrücklich geworden, um jeglichen Widerspruch abzublocken. »Aber was uns gefällt oder nicht, spielt keine Rolle. Seit vom Typhon-Pakt entsandte Breen-Agenten die Slipstream-Technologie entwendet haben, ist das Sternenflottenkommando stärker um die innere Sicherheit besorgt als seit dem Parasitenbefall vor achtzehn und dem erneuten Zwischenfall auf Bajor vor sechs Jahren. Seit Andors Regierung ihren Rückzug verkündete, hat sich das Kommando bemüht, jede Sternenflotteneinrichtung im Prokyon-System zu schließen, von unserer Reparaturbasis in Laibok bis hin zur Sternenflottenvertretung in Laikan. Und andorianisches Sternenflottenpersonal wird äußerst misstrauisch betrachtet.«

Rikers Magen zog sich zusammen. »Admiral, ich hoffe, Sie wollen damit nicht andeuten, dass das Sternenflottenkommando vorhat, seine andorianischen Offiziere zu einer Rücksiedlung zu zwingen?«

Sie schüttelte langsam den Kopf. »Nein, Captain. Ich würde lügen, wenn ich behauptete, dass es meinen Job nicht ungemein vereinfachen würde, wenn jeder Andorianer in der Sternenflotte schon morgen in seine Heimat zurückkehren würde. Aber ich werde nicht auf Sippenhaft pochen und darauf bestehen. Allerdings …« Eine nachdenkliche Traurigkeit umspielte ihr Gesicht, und ihre Stimme verlor sich, als ob sie ihre nächsten Worte mit äußerster Sorgfalt auswählen würde. »Allerdings hat das Sternenflottenkommando entschieden, dass es für alle Beteiligten am besten wäre, wenn das andorianische Personal, das nicht auf seine Heimatwelt zurückkehrt, eine Versetzung auf alternative Posten akzeptieren würde, zumindest vorübergehend.«

Riker spürte, wie sich sein Stirnrunzeln vertiefte. Er wusste, wie leicht vorübergehende Maßnahmen zu permanenten werden konnten.

»Wann?«, fragte er.

»Was die Titan angeht? Sobald die Capitoline ankommt, um das Personal auszuwechseln.«

Er hätte kaum erstaunter sein können, wenn das Hologramm des Admirals plötzlich einen Phaser gezückt und ihn damit erschossen hätte. »Admiral, ich habe momentan sieben andorianische Besatzungsmitglieder.«

»Diese Tatsache ist mir bewusst, Captain. Sie sind der Grund dafür, warum wir diese Besprechung abhalten. Ich schlage nicht vor, dass Ihre andorianischen Mitarbeiter degradiert oder unehrenhaft entlassen werden. Aber wenn sie dem Rückführungswunsch ihrer Regierung nicht nachgeben wollen, muss das Sternenflottenkommando sie auf weniger heikle Positionen versetzen.«

»Wie definieren Sie denn ›heikel‹ in Bezug auf die Titan

Der Admiral lehnte sich noch ein wenig weiter vor, verschränkte die Finger und starrte ihn an. »Captain, Sie müssen zugeben, dass es nur wenige Arbeitsplätze gibt, die heikler sind als die an Bord des Schiffs, das für die Forschungsbemühungen der Sternenflotte im Beta-Quadranten zuständig ist.«

»Ich vertraue jedem einzelnen meiner andorianischen Offiziere bedingungslos, Admiral. Sie alle haben stets ihren Eid eingehalten, den sie als Offiziere der Sternenflotte geleistet haben.«

»Ich verstehe das nur zu gut, Captain. Und darum bedaure ich auch, wozu ich angesichts der Umstände gezwungen bin. Ihre andorianischen Mitarbeiter haben sich auf der Capitoline zu melden und werden versetzt.«