Inhalt

  1. Cover
  2. Über dieses Buch
  3. Über die Autorin
  4. Titel
  5. Impressum
  6. Widmung
  7. Kapitel 1
  8. Kapitel 2
  9. Kapitel 3
  10. Kapitel 4
  11. Kapitel 5
  12. Kapitel 6
  13. Kapitel 7
  14. Kapitel 8
  15. Kapitel 9
  16. Kapitel 10
  17. Kapitel 11
  18. Kapitel 12
  19. Kapitel 13
  20. Kapitel 14
  21. Kapitel 15
  22. Kapitel 16
  23. Kapitel 17
  24. Kapitel 18
  25. Kapitel 19
  26. Kapitel 20
  27. Kapitel 21
  28. Kapitel 22
  29. Kapitel 23
  30. Kapitel 24
  31. Kapitel 25
  32. Kapitel 26
  33. Kapitel 27
  34. Kapitel 28
  35. Kapitel 29
  36. Danksagung

Über dieses Buch

Abbey versuchte, ihre ganze Aufmerksamkeit auf die unvergleichlichen Geräusche des Buschs zu richten, der sich auf die Nacht vorzubereiten schien. Der endlose Himmel mit den flammend rosarot und orange gebänderten Wolkenschleiern bildete einen prachtvollen Hintergrund für das dichte Dach der majestätischen Eukalyptusbäume. Ein friedliches Bild, doch übertrug sich dieser Frieden nicht auf Abbey. Etwas nagte an ihr, sodass sie innerlich nicht zur Ruhe kam. Sie hatte ein furchtbares Gefühl ...   Sie durfte ihre Erinnerungen nicht länger verdrängen. Doch was würde aus ihrem Leben werden, jetzt da sie womöglich sein Kind unter ihrem Herzen trug?  

Über die Autorin

Elizabeth Haran wurde in Simbabwe geboren. Schließlich zog ihre Familie nach England und wanderte von dort nach Australien aus. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in einem Küstenvorort von Adelaide in Südaustralien. Ihre Leidenschaft für das Schreiben entdeckte sie mit Anfang dreißig, zuvor arbeitete sie als Model, besaß eine Gärtnerei und betreute lernbehinderte Kinder.

Elisabeth Haran

Der Duft
der Eukalyptusblüte

Roman

Aus dem australischen Englischen von
Sylvia Strasser

BASTEI ENTERTAINMENT

Im Gedenken an die verstorbene Edda Merz –
ich fühle mich aufrichtig geehrt,
dass sie mich ihre Lieblingsautorin genannt hat.

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South Australia,
Ende November 1866

Von der Blyth Street aus sah das ausgetrocknete Flussbett, das sich durch Burra schlängelte, wie jedes andere aus. Erst bei näherem Hinsehen konnte man den Rauch von Eukalyptusholzfeuern erkennen, der aus unzähligen Löchern entlang des Ufers aufstieg. Die Öffnungen dienten als Rauchabzug für die vielen hundert Erdwohnungen in den Uferböschungen des knapp hundert Meilen von Adelaide entfernten Bergwerksstädtchens Burra im Gilbert Valley, in denen um die zweitausend Menschen hausten.

Die Sonne ging unter an diesem außergewöhnlich heißen Novembertag. Kein Lüftchen regte sich, und über dem Flussbett, in dem sich seit Monaten kein Wasser mehr befand, sondern nur noch unverwüstliches Unkraut im Staub wucherte, hing ein stechender Gestank nach Fäkalien und Abfall.

Während die Frauen in den Erdwohnungen sich anschickten, ein einfaches Abendessen zuzubereiten, war ihnen bewusst, dass etwas Unheilvolles über der Creek Street, wie das Flussbett genannt wurde, lag. Plötzlich zerriss ein unheimlicher, herzerweichender Schrei, der einem das Blut in den Adern gefrieren ließ, die angespannte Stille. Alle erstarrten. Eine Sekunde später erhob sich lautes Wehklagen.

Tränen kullerten über Abbey Scottsdales sonnengebräunte Wangen. Sie trat aus der zwei Räume umfassenden Behausung, die sie mit ihrem Vater teilte, auf die Straße hinaus, wo sich bereits etliche Frauen versammelt hatten. Wie Bäume in einem engen Tal, stumme, statuenhafte Wächter, sahen sie in der hereinbrechenden Dämmerung aus.

Alle wussten, was die herzzerreißenden Schreie bedeuteten: Der kleine Ely Dugan hatte den Kampf gegen den Typhus verloren. Ihre Gebete waren umsonst gewesen. Der schmächtige Vierjährige hatte keine Chance gehabt. Das gramerfüllte Klagen und Schluchzen seiner Mutter brach den draußen Versammelten beinah das Herz.

Obwohl Abbey mit ihren achtzehn Jahren weder Ehefrau noch Mutter war, konnte sie Evelyn Dugans Schmerz nachempfinden. Die arme Frau hatte vor nicht einmal einem Jahr bereits einen Sohn verloren. Damals waren in der Creek Street fast dreißig Kinder an Typhus, Pocken und Fleckfieber gestorben. Jedes Kind, das ums Leben kam, erinnerte Abbey an ihre persönlichen Verluste. Sie selbst war 1848 in Irland geboren worden. Ein gutes Jahr später war ihr Bruder Liam auf die Welt gekommen, und eineinhalb Jahre später hatte sie noch eine Schwester, Eileen, bekommen. Als Abbey fünf Jahre alt war, wurde Liam von den Pocken dahingerafft. Ein Jahr später erkrankte Eileen so schwer an Keuchhusten, dass sie die Krankheit nicht überlebte. Und 1860 starb Mary, ihre Mutter, im Alter von nur neunundzwanzig Jahren an Diphtherie.

Die unhygienischen Verhältnisse in der Creek Street waren ein idealer Nährboden für allerlei Krankheiten. Doch die Bergleute, die mit ihren Familien hierhergekommen waren, um in der Monster Mine zu arbeiten, hatten keine andere Wahl, als in den mit Balken gestützten, höhlenähnlichen Erdwohnungen zu hausen. Im Sommer war es drinnen zwar angenehm kühl, im Winter jedoch feucht, schlammig und bitterkalt. Oft genug führte der Fluss dann so viel Wasser, dass die Bewohner ihre Behausungen verlassen mussten.

Abbey wischte sich die Tränen ab und ging in ihre Wohnung zurück. Sie steckte sich die langen schwarzen Haare hoch und rührte nachdenklich die Suppe um, die sie aus einem ausgekochten geräucherten Schinkenknochen zubereitet hatte. Die junge Frau fragte sich, warum sie vom Typhus oder einer anderen Krankheit verschont worden war und ein unschuldiges Kind wie Ely nicht. Sie verstand das einfach nicht.

Abbey wartete auf ihren Vater, der wie jeden Donnerstagabend im Miner’s Arms Hotel mit seinen irischen Freunden zechte. Donnerstag war nämlich Zahltag. Abbey hatte nichts gegen diese Wirtshausbesuche einzuwenden, weil sie dadurch eine Stunde mit Neal Tavis allein sein konnte. Dass ihr Vater aber auch samstagnachmittags nicht auf direktem Weg von der Arbeit nach Hause kam, sondern einen Abstecher in seine Kneipe machte, nahm sie ihm übel.

Neal, der junge Mann, in den sich Abbey verliebt hatte, war achtzehn Jahre alt wie sie selbst und arbeitete Seite an Seite mit ihrem Vater in einhundertsechzig Meter Tiefe in der Kupfermine. Samstags verdingte er sich zusätzlich auf einer Farm, um etwas dazuzuverdienen. Da er von Finlay Scottsdales Kneipenbesuchen wusste, eilte er jeden Donnerstag von der Zeche nach Hause, wusch sich und ging dann schnurstracks zu Abbey. Er wollte Finlay nicht unbedingt aus dem Weg gehen, aber dieser hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass er sich für seine Tochter einen wohlhabenden Ehemann wünschte, dass sie in seinen Augen etwas Besseres verdient hatte als einen Minenarbeiter, der in einer Erdwohnung hauste.

Doch Abbey und Neal hatten einen Plan. Neal hoffte, Finlay werde seine Meinung ändern, wenn er sich ein Stück Land kaufen und beweisen könnte, wie zuverlässig und fleißig er war, deshalb sparte er jeden Penny, den er erübrigen konnte. Einfach war das allerdings nicht, weil er seine Mutter Meg und seine beiden Schwestern, die Zwillinge Emily und Amy, die noch zur Schule gingen, unterstützen musste. Sie alle wohnten eine knappe Meile von den Scottsdales entfernt auf der anderen Seite der Creek Street.

Eine Stunde war vergangen, als ein vertrautes Pfeifen die gedrückte Stille durchbrach, die sich nach dem Tod des kleinen Ely über die Siedlung gelegt hatte. Finlay, betrunken und nichts ahnend von dem Unglück, das sich ereignet hatte, schwankte nach Hause. Abbey lauschte angestrengt. Sie erkannte meist schon an dem Lied, das er pfiff, wie viel er getrunken hatte und in welcher Stimmung er folglich sein würde. Abbey nahm es ihrem Vater übel, dass er so viel Geld für Alkohol und Wetten ausgab und sein Ziel, ein besseres Leben für sie beide zu erreichen, dadurch in weite Ferne rückte. Nach zwei oder drei Bier war er zuversichtlich, dass sich bald alles zum Besseren wenden würde, doch es blieb nur selten bei zwei oder drei Bier. Nach vier oder fünf Gläsern wurde Finlay schwermütig oder patriotisch, und hatte er noch mehr getrunken, war er übelster Laune und sah alles schwarz. Abbey hasste es, wenn er so war, aber da sie ihn nicht ändern konnte, wie sie mittlerweile eingesehen hatte, tröstete sie sich mit der Vorfreude auf ihre gemeinsame Zukunft mit Neal.

An diesem Abend jedoch war Finlay guter Dinge. Abbey merkte es daran, dass er Brian Boru’s March pfiff. War er sinnlos betrunken, bevorzugte er The Lamentation of Deirdre. Das war ein Lieblingslied ihrer Mutter gewesen. Abbey graute es vor dieser Melodie, weil sie bedeutete, dass ihr Vater in Weltuntergangsstimmung war.

»Abigail, mein Engelchen!«, begrüßte Finlay seine Tochter fröhlich, als er durch die niedrige Tür eintrat. »Was hast du uns denn heute Abend Gutes zu essen gemacht?«

Abbey, die auf dem Boden aus gestampfter Erde saß, blickte nur flüchtig auf. »Nicht so laut, Vater! Der kleine Ely ist gestorben.«

Finlay machte ein bestürztes Gesicht. »Das ist eine schlimme Nachricht«, brummte er. »Er war ein feiner kleiner Kerl.«

»Ja, das war er«, murmelte Abbey traurig, als sie sich seinen roten Lockenkopf und sein spitzbübisches Lächeln ins Gedächtnis rief. Einen kleinen Kobold hatte sie ihn immer genannt. An ihre eigenen Geschwister konnte sie sich zu ihrem Bedauern kaum noch erinnern, aber sie würde niemals die Tränen vergessen, die ihre Mutter so oft vergossen hatte.

Abbey schniefte und kämpfte gegen die tiefe Rührung an, die sie verspürte. »Hast du Evelyn denn nicht weinen hören, als du bei den Dugans vorbeigegangen bist?«

Finlay schüttelte den Kopf. »Nein.« Er wollte sich hinsetzen, verlor aber das Gleichgewicht und fiel wie ein nasser Sack zu Boden. Ächzend drehte er sich um und stieß dabei mit dem Fuß in die Feuerstelle. Asche wirbelte auf. Finlay lachte leise in sich hinein.

Abbey, die ihn viele Male in diesem Zustand gesehen hatte, war nicht beunruhigt. Sie schnalzte nur missbilligend mit der Zunge, so wie ihre Mutter es immer getan hatte, wenn sie sich über Finlay geärgert hatte. Ihr Vater nahm ihr das nicht übel, im Gegenteil: Er fand es auf seltsame Weise tröstlich, dass sie ihn oft zurechtwies wie eine Ehefrau.

»Wir haben etwas zu feiern, Abbey«, sagte er und lächelte.

»So? Was denn?« Abbey schöpfte ihm Suppe in einen tiefen Teller und brach ein Stück von dem Fladenbrot ab, das sie gebacken hatte. Eine gute Nachricht wäre eine willkommene Abwechslung.

»Wir beide sind kommenden Samstagabend zum Essen nach Martindale Hall eingeladen«, antwortete Finlay aufgeregt.

Abbey starrte ihren Vater über das Feuer hinweg an. Verblüffung zeigte sich auf ihrem hübschen Gesicht. »Nach Martindale Hall? Wieso hat man uns dorthin eingeladen?« Sie wusste, dass Ebenezer Mason, der Eigentümer der Mine, nichts als Verachtung für seine Arbeiter übrighatte, deshalb wunderte sie sich über diese Einladung in sein Herrenhaus in Mintaro. Die wenigen, die es gesehen hatten, beschrieben es als protzig und palastähnlich. Noch mehr aber erstaunte sie, dass ihr Vater die Einladung angenommen hatte, stand Mr. Mason doch in dem Ruf, auf die Arbeiterklasse herabzusehen und seine Untergebenen skrupellos auszubeuten.

Finlay wählte seine nächsten Worte mit Bedacht. »Nun, zum Abendessen, wie ich schon sagte. Und ich wette, dass ein Festschmaus auf uns warten wird, vielleicht eine gebratene Lammkeule mit allem, was dazugehört. Das wär doch mal was, Abbey, hm?« Er leckte sich in gieriger Vorfreude die Lippen. »Ich hoffe nur, Ebenezer Mason hat genug Bier im Haus. Diese stinkvornehmen Weine sind nichts für mich.«

»Dad, ich verstehe das nicht! Ich dachte, du hältst nicht viel von Mr. Mason.« Abbey sah ihren Vater misstrauisch an. Wie oft hatte er über den Minenbesitzer geschimpft, weil dieser als Geizkragen bekannt war und seine Knickerigkeit das Leben der Bergleute gefährdete.

»Ja, das war auch so«, antwortete Finlay nachdenklich.

»Und jetzt hast du deine Meinung geändert?« Abbey war verwirrt, weil sie nicht verstand, was auf einmal anders geworden war.

»Ich habe diesen Mann in den letzten Wochen näher kennen gelernt, Abbey, und heute schäme ich mich dafür, dass ich so hart über ihn geurteilt habe.«

»Ich dachte, du hättest allen Grund, ihn zu hassen.«

Finlay nickte. »Ja, das dachte ich auch.« Abbeys Vater klang müde. Er brach ein Stück Brot ab und begann, geräuschvoll seine Suppe zu schlürfen.

Abbey verzog schmerzlich das Gesicht bei dem Gedanken daran, dass er im vornehmen Speisezimmer von Martindale Hall genauso schlürfen und schmatzen würde.

»Wir müssen an deine Zukunft denken, Abbey«, fuhr Finlay unvermittelt fort.

»Meine Zukunft?«, wiederholte die junge Frau verdutzt. »Was hat das mit der Einladung nach Martindale Hall zu tun?« Ein Gedanke durchzuckte sie, und sie wurde unwillkürlich rot, als sie begriff, was ihr Vater möglicherweise im Schilde führte. Sie kannte seine Anspielungen auf potenzielle Ehemänner, auf Männer, die seiner Ansicht nach die richtigen für sie waren, wie der Sohn des Bürgermeisters oder der Direktor des Royal Exchange Hotel. Einmal hatte Finlay sogar versucht, sie mit dem Polizeichef, einem Mann Ende dreißig, zu verkuppeln. Abbey war das furchtbar peinlich, weil all diese Männer ihrer Meinung nach entweder zu alt oder höherrangig waren. Ihr Vater glaubte doch wohl nicht, Ebenezer Masons Sohn könnte an ihr interessiert sein?

Doch dann fiel ihr ein, dass sie gehört hatte, der Sohn wohne nicht im Herrenhaus, sondern in einem kleinen Cottage irgendwo auf dem riesengroßen Gutsbesitz. Nach einer Auseinandersetzung wegen Ebenezers kurzer Ehe mit einer viel jüngeren Frau, so erzählten die Leute, war der Kontakt zwischen Vater und Sohn mehr oder weniger abgerissen. Aber niemand wusste etwas Genaues. Freunde hatten Abbey seine Kutsche gezeigt, wenn er, was selten vorkam, einmal durch Burra fuhr, aber gesehen hatte sie ihn nie.

»Ebenezer Mason möchte dich gern kennen lernen, Abbey«, sagte Finlay. Der Ausdruck von Missfallen und Verwunderung auf ihrem Gesicht entging ihm nicht, und er unterdrückte einen gereizten Seufzer. Der mangelnde Ehrgeiz seiner Tochter, einen Ehemann zu finden, der ihr ein angenehmes Leben bieten konnte, hatte ihn immer schon verdrossen.

Natürlich war Finlay voreingenommen, aber seiner Meinung nach konnte sich jeder Mann glücklich schätzen, eine Schönheit wie Abbey zur Frau zu bekommen. Allerdings war ihm nicht jeder gut genug für sie. Abbey war zwar ein bisschen dünn, genau wie ihre Mutter vor der Geburt ihrer Kinder, aber ihre langen, welligen Haare schimmerten wie Kohle in der Sonne, und ihre Augen waren so blau wie das Meer.

»Ich glaube, er hat ein Auge auf dich geworfen«, fügte er hinzu. In Wirklichkeit glaubte er es nicht nur, er wusste es, aber das wollte er seiner naiven Tochter möglichst schonend beibringen.

»Was?« Jetzt bekam es Abbey mit der Angst zu tun. »Aber … aber Mr. Mason ist ein alter Mann! Er muss doch in deinem Alter sein, Dad!« Ihr schauderte bei dem Gedanken an irgendetwas Romantisches zwischen ihnen. Sie konnte es nicht fassen, dass ihr Vater allen Ernstes glaubte, sie könnte einen Mann seines Alters als geeigneten Verehrer betrachten.

»Alt« war für eine blutjunge Achtzehnjährige wie Abbey jeder über dreißig. Ebenezer Mason war dreiundfünfzig, nur fünf Jahre jünger als ihr Vater, der relativ spät geheiratet hatte: Er war vierzig gewesen, Mary, seine Braut, knapp siebzehn. In County Sligo, wo Finlays Familie herstammte, war eine Eheschließung zwischen einer Halbwüchsigen und einem Mann jenseits der Vierzig nicht ungewöhnlich, in Australien dagegen schon.

»Das ist doch gar nicht wahr!«, brauste Finlay auf. »Er ist doch nicht so alt wie ich! Jedenfalls nicht ganz«, fügte er friedlicher hinzu. Das Bild, das er in diesem Moment vor seinem inneren Auge sah, schob er ebenso hastig beiseite wie seine Gewissensbisse. Er musste an Abbeys Zukunft denken, nur darauf kam es an. »Mr. Mason ist ein reifer Mann und obendrein ein sehr wohlhabender. Das heißt, du könntest eines Tages eine reiche Witwe sein.«

»Wie kannst du nur so etwas Furchtbares sagen, Dad!«, entgegnete Abbey ärgerlich. »Außerdem glaube ich, dass du dir etwas vormachst. Wieso sollte sich Mr. Mason für ein Mädchen aus der Bergarbeitersiedlung interessieren?«

»Ich werde dir jetzt etwas verraten, was nicht viele wissen: Mr. Mason war früher selbst Bergmann.«

Abbey riss erstaunt die Augen auf. Wie alle hier hatte sie immer gedacht, Ebenezer Mason sei in einer adligen Familie in England mit einem goldenen Löffel im Mund geboren worden.

»Da staunst du, was?« Finlay nickte bekräftigend. »Ja, auch er ist mal ein armer Schlucker gewesen. Bis er sich in Victoria als Goldgräber versuchte. Anfang der 1850er-Jahre stieß er in Peg Leg Gully auf ein reiches Vorkommen. So machte er sein Vermögen. Alles in allem wurden dort dreihundertvierundzwanzig Pfund Gold geschürft, ein großer Teil davon von Ebenezer und seinen Kumpels. Kannst du dir das vorstellen? Dreihundertvierundzwanzig Pfund!«, wiederholte Finlay verträumt. Seine irischen Zechkumpane hatten nicht schlecht gestaunt, als er ihnen davon erzählt hatte. Dann hörte er, wie der Wirt raunte, Ebenezer Mason hätte seine beiden Partner um ihren Anteil betrogen. Doch Finlay gab nichts darauf, er vermutete, dass Neid hinter diesen Gerüchten steckte. »Ein Mann, der so hart arbeiten kann, hat Respekt verdient. Und wenn er das Glück hatte, eine große Goldmenge zu finden – nun, dann sei es ihm gegönnt, meine ich.«

»Woher weißt du, dass diese Geschichte wahr ist, Dad?«, fragte Abbey zweifelnd. Ihrer Ansicht nach klang das alles ein bisschen weit hergeholt.

»Er hat sie mir selbst erzählt! Wir haben uns in letzter Zeit einige Male lange unterhalten.« Finlay starrte ins Feuer. In den vergangenen zwei Wochen hatte er eine Menge über Ebenezer Mason erfahren. Anfangs war er schon misstrauisch gewesen, als der Bergwerkseigner ihn auf einen Drink einlud, um ihn näher kennen zu lernen. Doch Ebenezer Mason hatte keinen Hehl aus seinen Beweggründen gemacht, und Finlay fand das sehr anständig. Er war genauso offen gewesen und hatte Ebenezer erklärt, seine Abbey sei ein tugendhaftes Mädchen, und er werde sich auf nichts einlassen, wenn er, Ebenezer, keine ehrlichen Absichten hätte. Nachdem der Minenbesitzer ihm jedoch glaubhaft versichert hatte, dass das der Fall sei, waren Finlays Zweifel ausgeräumt, und die beiden Männer hatten sich des Öfteren auf ein Glas getroffen.

»Ach ja?«, meinte Abbey, die der Sache nicht so recht traute. Sie konnte sich nur schwer vorstellen, dass Mr. Mason mit seinen blütenweißen Hemden und den polierten Lacklederschuhen einmal Bergmann gewesen war und sich die Hände schmutzig gemacht hatte. Ihr Vater hingegen schien nicht an dieser Geschichte zu zweifeln.

»Wenn ich es dir sage«, bekräftigte Finlay. »Eine Mine zu besitzen bedeutet eine Menge Verantwortung und Sorgen. Ich habe nie viel darüber nachgedacht, aber Mr. Mason hat mir die Augen geöffnet, und jetzt sehe ich ihn in einem ganz anderen Licht.«

Abbey schnaubte verächtlich. »Er tut nichts anderes, als sein Geld zu zählen! Die Sorge hätte ich auch gerne.«

»Er muss nicht selten zählen, wie viel er verloren hat«, erwiderte Finlay ernsthaft. »Weißt du noch, als letztes Jahr vierhundert Männer entlassen worden sind?«

Abbey nickte. Wie hätte sie das vergessen können! Das war ein schwerer Schlag für die Stadt gewesen, und die Stimmung in der Bergarbeitersiedlung hatte sich auf einem absoluten Tiefstand befunden.

»Mr. Mason war gar nichts anderes übrig geblieben, weil die Mine vertieft werden musste und die Kosten für die Kupfergewinnung dadurch gestiegen sind. Und kaum hatte er in die Mine investiert, sind die Kupferpreise gefallen. Das sind schwere Entscheidungen, die er da Tag für Tag treffen muss.«

»Hast du nicht immer gesagt, ihn interessiert nur der Profit und nicht das Wohl seiner Arbeiter?«

»Das habe ich bis vor kurzem auch geglaubt. Das leugne ich gar nicht. Aber ich habe mich geirrt. Er hat mir selbst gesagt, dass er nachts aus Sorge um seine Arbeiter und ihre Familien oft nicht schlafen kann, und ich habe das Gefühl, er meint es ehrlich. Du hast Recht, ich habe ihn für einen Blutsauger gehalten, aber ich muss zugeben, dass er jedes Mal, wenn die Kupferpreise wieder gestiegen sind, auch wieder Leute eingestellt hat.«

In seinen Unterhaltungen mit dem Minenbesitzer hatte Finlay die Befürchtung geäußert, er werde jetzt, wo die Kupferpreise auf acht Pfund pro Tonne gesunken waren, vielleicht seine Arbeit verlieren, doch Ebenezer hatte ihn beruhigt: Das werde auf keinen Fall geschehen.

»Ich freue mich für dich, dass du in Mr. Mason einen Freund gefunden hast, Dad«, sagte Abbey und fuhr dann entschlossen fort: »Aber ich liebe Neal Tavis, und eines Tages werden wir heiraten.«

Das hörte Finlay gar nicht gern. Er hatte seiner Tochter bereits unmissverständlich erklärt, dass er nichts von der Liebelei zwischen den beiden hielt, und geglaubt, die Angelegenheit sei damit erledigt. Aber Abbey fand, es war höchste Zeit, dass er sich an den Gedanken gewöhnte, dass sie sich ihren Ehemann selbst aussuchen und aus Liebe heiraten würde und nicht um finanzieller Sicherheit willen.

»Ich weiß, das passt dir nicht«, fügte sie hinzu, als sie seinen Gesichtsausdruck sah, »aber ich werde auf keinen Fall einen alten Mann nur des Geldes wegen heiraten.«

»Und ich werde nicht zulassen, dass meine Tochter einen Mann heiratet, der sein Leben lang ein armer Schlucker bleiben wird«, brauste Finlay auf. »Du sollst es einmal besser haben und dein Leben nicht in einer Erdwohnung verbringen müssen!«

»Neal spart, um eines Tages eine Farm kaufen zu können, Dad. Wir werden ein schönes Zuhause haben, du wirst sehen.«

Finlay schüttelte den Kopf. Schmerzliche Erinnerungen stiegen in ihm empor. »Weißt du nicht mehr, wie hart das Leben auf einer Farm sein kann, Abbey? Und dann sind da noch die Mutter und die Schwestern, für die Neal sorgen muss. Das ist kein guter Anfang für eine Ehe.«

Abbey erwiderte nichts darauf, aber auch sie erinnerte sich an etwas. Nach dem Tod ihrer Mutter war ihr Vater schwermütig und lebensüberdrüssig geworden. Er hatte erst zwei Kinder, dann seine Frau verloren, wozu also noch weiterleben? Morgens konnte er sich kaum noch aus dem Bett aufraffen, und wenn doch, dann nur, um sich zu betrinken. Es dauerte nicht lange, bis sie die Farm, die sie gepachtet hatten, verloren. Finlays Schwester Brigit, die mit Mann und fünf Kindern auf einer Farm in Galway lebte, nahm die beiden bei sich auf. Dort lebten sie knapp drei Jahre lang auf engstem Raum, unter unerträglichen Bedingungen. Als Brigit hörte, dass in Australien Bergleute gesucht wurden, drängte sie Finlay, sein Glück dort zu versuchen, und so brach er mit Abbey auf, um in den Kolonien ein neues Leben zu beginnen.

Bei ihrer Ankunft war Finlay zuversichtlich gewesen, mit dem Geld, das er in den Minen verdienen würde, bald ein hübsches Häuschen in der Stadt für sich und seine Tochter kaufen, vielleicht sogar einen kleinen Laden eröffnen zu können. Doch es war nicht so gelaufen, wie er sich das vorgestellt hatte. Die Arbeit in den Minen war äußerst kraftraubend, gefährlich und obendrein schlecht bezahlt. Und die wenigen Häuser in der Stadt reichten nicht aus für die zahlreichen Arbeitssuchenden, die hierher geströmt waren. Finlay begann schon nach kurzer Zeit zu resignieren und Trost im Alkohol und im Glücksspiel zu suchen, sodass auch das wenige Geld, das er auf die Seite hätte legen können, im Nu aufgebraucht war.

»Ich will nicht, dass meine Tochter Schweine- und Hühnerställe ausmisten und in einem Land, wo jahrelange Dürren keine Seltenheit sind, verzweifelt auf Regen warten muss«, fuhr Finlay bitter fort. »Das Leben auf einer Farm ist verdammt beschwerlich, wenn man kein Geld hat, um harte Zeiten überstehen zu können. Ich will, dass du einen Mann heiratest, der besser für dich sorgt, als ich für deine Mutter gesorgt habe.«

»Du hast dein Möglichstes getan, Dad. Die schlechte Kartoffelernte und die Hungersnot waren schließlich nicht deine Schuld«, sagte Abbey besänftigend.

»Das vielleicht nicht, aber wenn du die Wahl zwischen einem harten und einem angenehmen Leben hast, wärst du schön dumm, dich für das falsche zu entscheiden. Wer das Glück hat, ein so hübsches Gesicht zu haben, sollte das Beste daraus machen, Abbey.«

Wollte er ihr damit zu verstehen geben, sie sollte ihr Aussehen benutzen, um sich einen reichen Mann zu angeln? Sie war regelrecht entsetzt über seine Worte, und Finlay sah es ihr an.

»Ist es denn so falsch, wenn ich mir für meine Tochter ein leichteres Leben wünsche?«, fuhr er ärgerlich auf.

»Nein, Dad, aber du musst mich schon selbst über mein Leben entscheiden lassen«, erwiderte Abbey ruhig.

»Das kann ich aber nicht, weil ich deinen Entscheidungen nicht vertrauen kann. Nicht, wenn du dich in den Erstbesten verliebst, der dich ansieht. Und der obendrein ein Habenichts ist.«

Empört über diese Bemerkung entgegnete Abbey hitzig: »Neal ist ein wundervoller junger Mann, und er macht mich glücklich.«

»Glücklich kann man auf die unterschiedlichsten Arten sein, Abbey. Sollte Mr. Mason dich heiraten wollen, dann wirst du ihn nicht zurückweisen. Eines Tages, wenn du schöne Kleider tragen und Gäste in einem vornehmen Salon auf Martindale Hall empfangen wirst, wirst du mir dankbar sein.«

»O nein, ganz bestimmt nicht! Ich werde mich auf gar keinen Fall mit einem Scheusal wie Ebenezer Mason ins Ehebett legen, und wenn er noch so reich ist! Wie kann mein eigener Vater so etwas von mir verlangen?« Abbey war außer sich.

»Es ist besser, eine Dienerin zu haben, als Dienerin zu sein, Abbey. Du wirst mich nach Martindale Hall begleiten, und jetzt will ich kein Wort mehr davon hören!«, knurrte Finlay.

»Lieber bin ich arm und kratze Seite an Seite mit dem Mann, den ich liebe, im Dreck, als dass ich ein Leben lang unglücklich bin, nur damit ich mich bedienen lassen kann«, gab Abbey wütend zurück.

»Du redest Unsinn, Mädchen«, erwiderte Finlay gähnend. Es war ein langer Tag gewesen, und das Bier, das er in der Kneipe getrunken hatte, machte ihn zusätzlich müde. Ihm fielen fast die Augen zu.

Abbey sprang auf und lief nach draußen. Sie solle sich gefälligst etwas Hübsches zum Anziehen kaufen für die Einladung ins Herrenhaus, rief Finlay ihr nach. Abbey antwortete nicht. Mit Tränen in den Augen eilte sie die Creek Street hinunter zu der Erdwohnung, in der Neal mit seiner Mutter und seinen Schwestern lebte.

Sein Vater war zwei Wochen nach ihrer Ankunft in Burra ganz plötzlich gestorben, vermutlich an einem Herzanfall, und hatte die Familie mittellos zurückgelassen. Das war ein schwerer Schlag gewesen, zumal Neals Mutter Meg von schwacher Konstitution und oft krank war. Neal war noch keine fünfzehn Jahre alt gewesen, als er sich Arbeit in der Kupfermine suchen musste. Fühlte sie sich kräftig genug, verdiente Meg in einer Wäscherei in Burra zwar ein paar Shilling dazu, aber ohne Neals Lohn wäre die Familie nicht in der Lage gewesen zu überleben.

Als er Abbey rufen hörte, kam Neal heraus. Er war stämmig und nicht sehr groß, sein rotblondes, leicht gelocktes Haar rahmte ein jungenhaftes Gesicht ein. Neal strahlte Ruhe und Sanftmut aus.

»Abbey! Was hast du denn?«

Sie warf sich in seine Arme und klammerte sich an ihn. Die junge Frau brachte es nicht übers Herz, Neal von den Plänen ihres Vaters zu erzählen, so sehr schämte sie sich bei dem Gedanken daran, was er von ihr verlangte.

Neal spürte, wie sie schauderte, ohne zu ahnen, dass Abscheu der Grund dafür war. »Was ist denn passiert, Abbey?«, drängte er sanft. Er löste sich von ihr und hielt sie auf Armeslänge von sich, um ihr ins Gesicht sehen zu können. Im Mondlicht schimmerte es feucht von Tränen.

Abbey blickte in seine warmen braunen Augen und fühlte sich getröstet. Sie würde ihm nicht sagen, dass ihr Vater niemals mit einer Hochzeit zwischen ihnen einverstanden wäre, damit würde sie ihm nur wehtun. »Der kleine Ely Dugan ist gestorben«, sagte sie stattdessen. Wieder kamen ihr die Tränen.

»O Gott, Abbey, das tut mir so leid! Ich weiß doch, wie sehr er dir ans Herz gewachsen war.«

Abbey nickte. »Lass uns von hier fortgehen, Neal!«, brach es unvermittelt aus ihr hervor. »Warum laufen wir nicht heimlich weg und heiraten?« Sie sah ihn flehentlich an.

Neal machte ein erschrockenes Gesicht und schaute sich verstohlen um. Sie standen direkt vor dem Eingang zu der Wohnung, in der sich seine Mutter und seine Schwestern aufhielten. Er nahm Abbey bei der Hand, und sie gingen ein Stück das Flussbett hinunter. »Du weißt, dass ich dich liebe und dich heiraten will, Abbey, aber ich kann nicht einfach abhauen und meine Mom und meine Schwestern sich selbst überlassen. Sie brauchen mich doch!«

Abbey wusste, er hatte Recht, sie respektierte sein Verantwortungsbewusstsein und seine Zuverlässigkeit. Es gab so viel an Neal, das sie liebte, und ein ausgesprochen gut aussehender Mann war er in ihren Augen obendrein. Natürlich hatte sie nicht vergessen, dass ihm die Hände gebunden waren und er seit dem Tod seines Vaters drei Jahre zuvor für seine Mutter und seine Schwestern sorgen musste. »Dann lass uns doch heiraten und hierbleiben, bis wir es uns leisten können wegzuziehen.« Das wäre sicherlich nicht die beste Lösung, aber alles war besser, als mit Ebenezer Mason verheiratet zu werden.

»Abbey, ist irgendetwas passiert?« Neal sah sie eindringlich an. »Ich würde ja gern glauben, dass du es kaum erwarten kannst, die Freuden der Ehe mit mir zu teilen, aber ich habe das Gefühl, da steckt etwas anderes dahinter.« Er lächelte, und Abbey wurde ganz warm ums Herz. Sie griff zärtlich in seine Haare und erwiderte sein Lächeln, aber sie brachte es nicht über sich, ihm die Wahrheit zu sagen. Sie schmiegte sich an ihn, legte den Kopf an seine Schulter und flüsterte: »Ich wünsche mir einfach nur, deine Frau zu sein.«

»Und ich wünsche mir, dein Mann zu sein«, entgegnete Neal und gab ihr einen Kuss auf die Wange. »Hab noch ein bisschen Geduld, Abbey. Wir werden bald heiraten. Ich lege jede Woche ein kleines Sümmchen für unsere Hochzeit zurück, damit wir uns einen Geistlichen und ein schönes Hochzeitsessen leisten können.« Für einen Trauring brauchte er kein Geld auszugeben: Seine Mutter hatte ihm für seine Zukünftige den Ehering seiner Großmutter geschenkt.

Abbeys Miene hellte sich auf. »Wirklich?«

»Wenn ich es dir sage.« Er war gerührt über ihre kindliche Freude. »Kopf hoch, Abbey! Spätestens Mitte nächsten Jahres sind wir Mann und Frau, ich verspreche es.« Er freute sich nicht minder auf die Hochzeit und seine Zukunft mit Abbey als sie. In ein paar Jahren, wenn seine Schwestern alt genug wären, um sich eine Arbeit zu suchen, würde ein Teil der finanziellen Last, die er zu tragen hatte, von ihm genommen werden, und dann würde vieles leichter werden.

»O Neal!« Abbey drückte sich an ihn. »Ich liebe dich wirklich, weißt du das?« Jetzt hatte sie etwas, auf das sie sich freuen konnte, etwas, das ihr die Kraft geben würde, die nächsten Wochen und Monate durchzustehen, egal, was kommen mochte.

Als Abbey nach Hause zurückkehrte, war sie nicht mehr ganz so niedergeschlagen. Finlay war eingeschlafen und schnarchte laut. Abbey betrachtete ihn seufzend. Sie wusste, ihr würde nichts anderes übrig bleiben, als ihn nach Martindale Hall zu begleiten, falls er darauf bestand, aber sie nahm sich vor, so abweisend und unausstehlich wie möglich zu sein, damit Ebenezer Mason die Lust, sie zu heiraten, gründlich verging.