Die abenteuerliche Reise der Elfenzwillinge
 
 
 
Christine & Hubert Mergili
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Erschienen im novum pro Verlag

Impressum
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© 2011 novum publishing gmbh
 
ISBN Printausgabe: 978-3-99003-315-9
ISBN e-book: 978-3-99026-199-6
Lektorat: Mag. Petra Vock
 
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Die Heilerin
 
 
Samila starrte beunruhigt auf das kleine Tischchen mit den Runen, die vor ihr lagen. Ihre innere Unruhe wollte sich einfach nicht legen, denn nun schon zum vierten Mal zeigten sie dieselbe Konstellation.
Die Runen prophezeiten dramatische Veränderungen, welche auf die Elfen im Königreich Rhondor zukamen. Welcher Art die Veränderungen sein würden, darüber gaben sie nur eine vage Auskunft. Zu verworren und undurchsichtig lagen die Runen vor Samila, als dass sie sie mit eindeutiger Sicherheit hätte lesen können. Hinzu kamen die Visionen, die die Heilerin seit Tagen von Lana, der Göttin der Elfen, gesandt bekam. In diesen Visionen spielte eine Elfe namens Rowina, die Samila sehr gut kannte und regelmäßig besuchte, eine bedeutende Rolle.
Es bestand kein Zweifel, dass Rowina von Lana ausgewählt worden war, die Geschicke der Elfen jenseits des Menschenreiches bedeutsam zu beeinflussen.
Der schon seit Langem andauernde Streit um die Herrschaft im Elfenreich schien einen neuen Höhepunkt erreicht zu haben. Lana würde sonst nicht eingreifen. Sie wachte seit Jahrtausenden über das Elfenreich.
Dieser Streit mit seinen kämpferischen Auseinandersetzungen war der Grund, weshalb Elfen der verschiedensten Stämme geflüchtet waren und sich im Reich der Menschen angesiedelt hatten. Rhondors Königreich drohten Erschütterungen, die auch die Elfen betrafen, welche ihre Auswirkungen in nicht allzu ferner Zukunft zu spüren bekommen würden.
Samila starrte abwesend auf den runden kleinen Tisch vor sich, auf dessen blank polierter Oberfläche sich soeben -Rowinas Schicksal offenbarte. Samila entschloss sich, umgehend Rowina aufzusuchen. Sie musste das Elfenmädchen schonend auf seine Zukunft vorbereiten, welchem die verschlungenen Wege der Göttin Lana rätselhaft erscheinen mochten.
Samila glaubte nicht daran, dass ihre Vision vollständig war. Irgendetwas schien zu fehlen, doch sie musste sich gedulden, bis ihr weitere Einzelheiten offenbart würden. Stets tauchte in ihren Visionen ein Elf auf, dessen Gesicht und Name ihr verborgen blieben. Aber es bestand kein Zweifel, dass er entscheidend in Rowinas bisheriges Leben eingreifen würde. Ebenso wie die Zwillinge, die Rowina und den fremden Elfen in ihren Visionen ständig begleiteten.
Seufzend erhob sich Samila vom Tisch und verstaute ihre Runen wieder im Beutel. Sie packte den Beutel in ihre Reisetasche, die an einem Haken neben der Tür hing, und machte sich auf zu Rowina.
Samilas Hütte lag versteckt im Stamm einer über tausend Jahre alten Eiche von überdimensionalem Umfang. Der Eingang zu ihrer Behausung lag verborgen hinter einer Luftwurzel auf der vom Wetter abgewandten Seite. Die Heilerin schritt leichtfüßig die schmale Treppe hinab, die wie aus dem Nichts vor ihr erschien und im Inneren des Stammes hinabführte. Unmittelbar hinter ihr löste sich die Treppe wieder auf und schloss sich zu fest gefügtem Holz zusammen.
Sie musste sich beeilen, denn immerhin waren es zwei Tagesreisen zu Rowinas Hütte.
Die warme Nachmittagssonne streifte mit ihren goldenen Strahlen die Veranda, welche um die Hütte verlief. Rowina betrachtete mit zufriedener Miene den kleinen Vorgarten, der ihr ganzer Stolz war.
Das lange schwarze Haar der Elfe glänzte wie nasses Ebenholz, als die Sonne es beschien, und hob ihr schmales anmu-tiges Gesicht deutlich hervor.
Sie lebte nun schon seit fast zwei Jahrhunderten im Land der Menschen, in welches ihre Eltern mit ihr vor langer Zeit geflohen waren.
Rowina selbst konnte sich an die Flucht nicht mehr erinnern. Aber ihre Eltern hatten ihr oft von den Kriegen und Fehden erzählt, die unter den Herrschern der Elfen bisweilen ausbrachen.
Diese dunkle Zeit in der Geschichte der Elfen zwang viele von ihnen, die Heimat zu verlassen und sich an einem fried-licheren Ort niederzulassen. Einige von ihnen fanden in den ausgedehnten Wiesen der Ebene ein neues Zuhause. Andere Elfen zogen sich in die Abgeschiedenheit des Gebirges zurück, wo sie sich in der Einsamkeit ein neues Leben aufbauten. Andere von ihnen lebten in den ausgedehnten Wäldern oder so wie Rowina und ihr Lebensgefährte Alano in einer Hütte an den Rändern des Waldes.
Einmal im Jahr trafen sich alle Elfen zu einem großen Fest, das sie zu Ehren ihrer Göttin Lana abhielten. Auf diesem Fest wurde nicht nur der Göttin die Ehre erwiesen. Es diente vor allem dem Handel untereinander und dazu, um fern lebende Verwandte zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen.
Auf so einem Fest waren sich Rowina und Alano zum allerersten Mal begegnet, als sie es mit ihren Eltern besucht hatten, und ihre Liebe begann.
Alano gehörte den Waldelfen an, aber Rowina, die aus dem Wiesengrund kam, liebte die Wälder ebenso wie Alano. Zum Zeichen seiner Liebe hatte er die Hütte erbaut, auf deren Veranda sie nun stand.
Die beiden lebten glücklich in ihrem kleinen Reich am Waldrand, doch Rowinas sehnlichster Wunsch war bis zum heutigen Tag nicht in Erfüllung gegangen. Rowina wünschte sich ein Baby von Alano, dennoch blieb ihnen trotz aller Anstrengungen der Kindersegen versagt.
Stets nahm Alano zärtlich Rowinas Hand und versuchte sie zu trösten. »Eines Tages werden wir unseren kleinen Elfen haben, wir müssen nur fest genug daran glauben.«
Rowina sah ihn daraufhin meist zweifelnd an.
Sie wusste, dass Alano recht hatte mit dem, was er sagte. Es lag noch so viel Zeit vor ihnen, sie musste sich nur gedulden. Aber in ihrem Inneren schien sich der Gedanke, dass sie unfruchtbar war, wie eine Zecke festzusetzen.
Auch heute auf der Veranda tauchte dieser Gedanke urplötzlich wieder auf und ein dunkler Schatten legte sich über ihr ovales Gesicht. Ihre schwarzen mandelförmigen Augen verdüsterten sich und schimmerten wie zwei dunkle Perlen durch den Tränenschleier. Die roten geschwungenen Lippen pressten sich zu einem schmalen Strich zusammen und bebten.
Vielleicht konnte ihr Samila, die Heilerin und Magierin, einen Rat geben und das nagende Gefühl vertreiben.
Bei ihrem nächsten Besuch wollte Rowina Samila bitten, in den Runen zu lesen. Vielleicht erfuhr sie auf diese Weise, ob sie je ein Kind mit Alano haben würde.
Zwei Tage später erblickte Rowina die Magierin, als diese auf dem gewundenen Pfad aus dem smaragdgrünen Wald auf ihre Hütte zukam. Schon von Weitem machte Samila durch Winken auf sich aufmerksam und begrüßte Rowina aufs Herzlichste.
»Die Freude ist ganz auf meiner Seite«, erwiderte Rowina, die diese Abwechslung willkommen hieß. »Komm in den Garten, Samila, ich hole uns etwas Honigwein!«
Samila setzte sich auf die von Alano geschnitzte Bank und stellte ihre Tasche auf dem Tisch ab. »Der Honigwein wird dich nach deiner langen Reise erfrischen«, sagte Rowina, als sie mit einer Karaffe und zwei Gläsern in den Garten zurückkam.
Rowina schenkte die beiden Gläser voll und setzte sich zu der Magierin. Nachdem sie von dem Wein getrunken hatten, sah Samila Rowina erwartungsvoll an.
»Nun sag mir, meine Liebe, was hat sich Neues zugetragen und wie geht es dir und Alano? Es kann eine ganze Menge geschehen sein während meiner Abwesenheit. Du musst mir alles genau erzählen, was sich in dieser Zeit zugetragen hat. Wie lange ist mein letzter Besuch her?«, fragte Samila.
Sie sah zwar, dass sich seit ihrem letzten Besuch nichts verändert hatte, aber an Rowinas besorgtem Blick erkannte sie, dass diese etwas bedrückte. Genüsslich trank sie von dem Wein, dabei blickte sie Rowina abwartend an.
Die wenigen Neuigkeiten, die es gab, waren schnell berichtet. Hier draußen, weit weg von den Menschen, verliefen die Tage beschaulich und ruhig. Nur einmal im Monat, wenn -Alano das Dorf der Menschen aufsuchte und seine Schnitzereien an sie verkaufte, fühlte sich Rowina einsam.
Alanos Abwesenheit stürzte sie jedes Mal in Schwermut, die anhielt, bis er nach vier oder fünf Tagen wieder heimkehrte. Rowina begann nach einigem Zögern von ihren Gefühlen und Befürchtungen zu sprechen, wobei Samila den Tränenschleier in Rowinas Augen bemerkte.
Samila sah ihre Ahnungen bestätigt. Rowina schien der Gedanke an Kinder nicht mehr loszulassen. Lange sah die Magierin ihr Gegenüber an, dann begann sie, langsam und bedächtig zu sprechen. »Jetzt höre mir ganz genau zu, Rowina! Ich hatte in den letzten Tagen eine Vision, die sich mehrmals wiederholte. In dieser Vision schenkst du einem Zwillingspaar das Leben.«
Rowinas Augen weiteten sich ungläubig und ein spitzer Schrei der Freude entwich ihrem Mund. »Das ist ja wunderbar!«, rief sie, doch als sich ihre Freude nicht im Gesicht der Magierin widerspiegelte, verstummte sie irritiert und sah Samila fragend an.
»Diese Kinder«, fuhr Samila fort, »werden aber nicht von Alano gezeugt.« Unverständnis zeichnete sich auf Rowinas Gesicht ab.
»Der Elf kommt von weit her«, sprach Samila rasch weiter. »Er wünscht sich ebenso sehnlich wie du einen Sohn, doch seine Gefährtin kann ihm diesen Wunsch nicht erfüllen.« Samila machte eine kleine Pause, um von dem Honigwein einen Schluck zu trinken. »Wenn ich meine Visionen richtig deute, und daran habe ich keinen Zweifel, sind die Zwillinge, denen du das Leben schenken wirst, von großer Bedeutung. Von großer Wichtigkeit für das Elfenreich, das sie wieder vereinen werden.«
Rowina verstand nicht viel von Visionen, aber sie vertraute Samila.
Der Schreck, der sie bei Samilas Worten durchfahren hatte, hielt immer noch an, als sie Samila zaghaft fragte: »Wer ist dieser Elf? Wird er mir meine Kinder nach ihrer Geburt wegnehmen und woher soll ich wissen, ob ich richtig handle?«, flüsterte Rowina verzweifelt. »Warum muss ich mit einem Fremden diese Kinder zeugen und nicht mit Alano, den ich doch liebe?«
Samila legte ihre Hand auf Rowinas Unterarm und versuchte diese zu beruhigen. »In meiner Vision hat Lana dich auserwählt, diese Kinder zu gebären. Glaub mir, auch der Fremde würde lieber mit seiner Geliebten Kinder zeugen! Beuge dich dem Willen der Göttin und es wird dich mit Stolz erfüllen, ihren Willen erfüllt zu haben!«
»Weißt du den Namen dieses Elfen aus deiner Vision?«, fragte Rowina, der man ansah, wie sehr diese Vorstellung sie aufwühlte.
»Nein, seinen Namen gab mir Lana nicht preis und ich fragte auch nicht danach«, gestand Samila. Sie stellte sich vor, welche Belastung es für Rowina bedeutete, von einem fremden Mann geschwängert zu werden, so wie es die Vision prophezeite.
»Es wurde mir auch nicht offenbart, wann der Mann zu dir kommt. Aus diesem Grund suchte ich dich auf, um dich auf die kommenden Ereignisse vorzubereiten. Ich weiß nur eines. Er wird wie ein Frühlingstag nach einem langen strengen Winter in dein Leben treten und ebenso verschwinden, wie die Sonne dem Mond weicht.«
Samila lächelte geheimnisvoll, als Rowina sie fragte: »Woher sollen meine Kinder wissen, was sie zu tun haben?«
»Lana wird sie führen, wenn die Zeit gekommen ist. Sie werden es wissen, wenn der Tag bevorsteht, sich der Bestimmung zu stellen«, gab ihr Samila zur Antwort und sah Rowina dabei unergründlich an.
»Was wird Alano zu alledem sagen, wird er mich deswegen verlassen? Ich könnte es nicht ertragen, ihn zu verlieren.« Rowinas Stimme bebte bei diesem Gedanken.
Alles konnte Lana von ihr verlangen, aber nicht etwas, wofür Alano sie verlassen würde. Diese und noch viele Fragen mehr brannten auf Rowinas Seele. »Lass das die Runen entscheiden!«, sagte Samila und sah sich suchend um. »Wo ist eigentlich Alano?«
Rowina blickte zur Hütte. »Alano ist in den Wald gegangen, um Wurzeln für seine Löffel zu schneiden. Er kommt sicher bald nach Hause, er ist sonst immer um diese Zeit schon da.«
Wie zur Bestätigung erschien Alano auf der Veranda und rief den beiden Frauen im Garten ein fröhliches »Ich bin wieder zu Hause!« zu.
Alano begrüßte Rowina mit einer herzlichen Umarmung und wandte sich danach Samila zu. »Es freut mich, dich in unserem Heim begrüßen zu dürfen, Magierin. Schön, dass du wieder einmal bei uns vorbeischaust. Bist du auf dem Weg ins Dorf, um deinen Kräutervorrat aufzufüllen?«
»Nicht nur deswegen«, erwiderte Samila. »Hauptsächlich bin ich wegen euch beiden unterwegs.« Alano sah Samila irritiert an. »Wegen uns beiden?«, fragte er ungläubig. Alano beschlich eine leise Vorahnung, als Rowina die Augen niederschlug und mit gespieltem Interesse das Gras zu ihren Füßen betrachtete.
Rowina hatte der Magierin sicher von ihren Befürchtungen erzählt, unfruchtbar zu sein, doch was konnte diese dagegen bewirken? Seine Gedanken befassten sich gerade mit den Möglichkeiten, die Samila zur Verfügung standen, als er sie fragen hörte: »Ihr beiden wünscht euch doch nichts sehnlicher als ein Kind?«
»Was für eine Frage, Samila, du kennst uns doch lange genug, um das zu wissen!«, erwiderte Alano verunsichert, gespannt darauf, was als Nächstes kam. Samila nahm ihre Tasche vom Tisch und suchte in deren Inhalt, bis sie den Runenbeutel daraus hervorzog und auf den Tisch legte. »Die Runen offenbaren uns vielleicht, wann es so weit sein wird.« Samilas Blicke huschten zwischen Alano und Rowina hin und her.
»Soll ich sie für euch werfen oder meinen Weg ins Dorf fortsetzen?«
Rowina nickte eifrig. »Bitte, Samila, wirf die Runen für uns!«, dabei sah sie Samila flehend an. Alano, der neugierig geworden war, nickte ebenfalls und stimmte zu: »Ja, wirf sie für uns!«
Samila öffnete den Beutel und ließ die kleinen Holzstäbchen mit den eingeritzten Runen in ihre hohle Hand gleiten. Rowina stand mit leicht geöffnetem Mund neben Alano und sah ihr zu, wie sie die Runen durcheinanderschüttelte und auf den Tisch warf.
Mit einem klappernden Geräusch fielen die Runen auf die Tischplatte. Angespannt beobachteten Alano und Rowina, wie Samila sich darüberbeugte, um die Runen zu lesen. Leise murmelte Samila vor sich hin, dabei betrachtete sie die Runen ausgiebig von allen Seiten und strich mit kreisenden Bewegungen über sie hinweg. Endlich schien Samila zu einem Ergebnis gekommen zu sein, denn sie blickte von den Runen auf und mit einem verklärten Lächeln zu ihnen.
»Beim nächsten Vollmond müsst ihr euch vereinen«, begann die Magierin mit feierlicher Stimme zu sprechen, dabei sah sie bedeutungsvoll Rowina an.
Die wusste, was die Magierin damit ausdrücken wollte. Rowina stockte der Atem. Sie wünschte sich nichts sehnlicher als ein Kind, doch dass Alano dabei betrogen werden sollte, versetzte ihr einen Stich in der Seele.
Alano unterdessen war außer sich vor Freude. »Das wollen wir mit einem Glas Waldmeisterlikör bekräftigen«, sprach er und lief in die Hütte, um ihn zu holen.
Während er in die Hütte lief, um den Likör zu holen, blinzelte Samila Rowina verschmitzt an. »Ich half dir, das Problem mit Alano zu lösen. Sei nun auch du bereit den Wunsch der Göttin zu erfüllen!«
»Akzeptiere ihn und freue dich auf deine Kinder! Alano wird denken, es seien seine eigenen.«
An seinem fröhlichen Gesicht erkannte Rowina, dass Alano glücklich war, als er mit dem Krug, in dem sie den Likör aufbewahrte, aus der Hütte gelaufen kam. Gemeinsam stießen sie auf die Runen an, die ihnen die Erfüllung ihres Kinderwunsches ankündigten. Sie plauderten noch bis in den späten Nachmittag hinein, bis sich der bevorstehende Abend durch die länger werdenden Schatten ankündigte.
Der Waldrand wurde von der schräg stehenden Sonne in orangefarbenes Licht getaucht, welches die uralten Bäume in feurigem Kupfer erstrahlen ließ. Samila schulterte ihre Tasche und verabschiedete sich von Rowina und Alano. »Ich werde euch ja bald wiedersehen«, sagte sie und machte sich auf den Weg. Lange sahen ihr Rowina und Alano nach, bis sie hinter den Hügeln in der Ebene aus ihrer Sicht verschwand.
Eng umschlungen begaben sie sich in ihre Hütte, um schon in dieser Nacht einen Versuch zu unternehmen.